08.08.2017
FLUG REVUE

Zusätzlicher Passagier bei der LandungLufthansa: Glückliche Geburt an Bord

Mitten über dem Atlantik brachte eine Passagierin auf dem Weg von Bogota nach Frankfurt einen gesunden Jungen zur Welt. Getauft wurde der Nachwuchs nach einem der an Bord helfenden Ärzte: Nikolai.

Lufthansa Geburt an Bord

Lufthansa-Kapitän Kurt Mayer (links) hatte bei der Landung einen Passagier mehr an Bord, als beim Start. Foto und Copyright: Lufthansa  

 

An Bord von Lufthansa-Flug LH543 von Bogota nach Frankfurt brachte eine 38-jährige Passagierin aus Bulgarien am 26. Juli einen Jungen zur Welt, teilte Lufthansa mit. Die Mutter und das Baby seien wohlauf. Die Geburt um 12.37 Uhr erfolgte über dem Atlantik in knapp zwölf Kilometer Höhe bei 49 Grad nördlicher Breite und 21 Grad westlicher Länge, so das Unternehmen.

Der vierstrahlige Airbus A340-300 mit der Kennung D-AIFC (Taufname „Gander/Halifax“) war um 21.00 Uhr Ortszeit mit insgesamt 191 Passagieren und 13 Crewmitgliedern in der kolumbianischen Hauptstadt Bogota gestartet. Während des Fluges setzten bei der schwangeren Passagierin vorzeitige Wehen ein. Daraufhin setzte die Crew einige Fluggäste in vordere Reihen um und rüstete den hinteren Teil des Flugzeugs zu einem provisorischen Kreißsaal, abgetrennt durch einen Sichtschutz, um.

Die Geburt verlief ohne Komplikationen. Bei der Geburt halfen Kabinenmitarbeiter sowie drei Ärzte, die sich zufällig als Passagiere an Bord befanden. Die frisch gebackene Mutter Desislava K. bedankte sich bei dem Helferteam und gab ihrem Kind den Namen Nikolai, den Vornamen eines helfenden Arztes

Um die Mutter und ihr Neugeborenes schnellstmöglich in weitere medizinische Betreuung zu geben, entscheidet sich der Kapitän zu einer Zwischenlandung in Manchester. Um 13.09 Uhr setzte das Flugzeug dort mit nun 192 Passagieren auf. Nachdem Sanitäter die beiden in Empfang genommen hatten, startete der Kapitän in Richtung Frankfurt am Main. Dort endete dieser außergewöhnliche Flug schließlich um 17.28 Uhr. 

"So etwas habe ich in meinen 37 Berufsjahren noch nicht erlebt. Die gesamte Crew hat Außergewöhnliches geleistet. Das war eine tolle Teamarbeit, bei dem jeder seinen Beitrag dazu geleistet hat“, sagte Kurt Mayer, Flugkapitän von LH543. „Nach der Landung bin ich sofort zu der Mutter und ihrem Baby, um es zu begrüßen. Neben der Geburt meines Sohnes war das der ergreifendste Moment in meinem Leben", so Mayer.

"Als das Baby zur Welt kam, habe ich die anderen Passagiere mit einer Bordansage darüber informiert. Die Fluggäste applaudierten spontan und freuten sich mit uns, dass alles gut verlaufen ist“, sagte Kabinenchefin Carolin van Osch. „Im Namen der Crew möchte ich mich bei den Ärzten bedanken, die uns hervorragend unterstützt haben."

Seit 1965 war dies die elfte Geburt auf einem Lufthansa-Flug. Das Kabinenpersonal erhält regelmäßig eine Erste-Hilfe-Schulung, die auch erste Maßnahmen und die Einweisung in die Anwendung von medizinischen Materialien und Instrumenten für eine eventuelle Geburt an Bord umfassen. Lufthansa empfiehlt schwangeren Frauen, vorab mit ihrem Gynäkologen über die bevorstehende Flugreise zu sprechen. Werdende Mütter mit einem unkomplizierten Schwangerschaftsverlauf können bis zum Ende der 36. Schwangerschaftswoche mit Lufthansa fliegen, ab der 28. Woche wird allerdings empfohlen, ein aktuelles Attest ihres behandelnden Gynäkologen mit sich zu führen. Weitere Details und Informationen finden Sie unter

http://www.lufthansa.com/de/de/Schwangerschaft

www.flugrevue.de/Sebastian Steinke


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