16.04.2018
FLUG REVUE

Neue Diamond DA-42 für die FortgeschrittenenausbildungLufthansa modernisiert Schulungsflotte in Rostock

Lufthansa Aviation Training (LAT) investiert in fünf neue Schulungsflugzeuge vom Typ Diamond DA-42 „Twin Star“ sowie zwei Simulatoren des Musters. Sie werden ab April am Flugschulstandort Rostock-Laage stationiert und ersetzen die rund zehn Jahre alten bisherigen Ausbildungsflugzeuge vom Typ Piper PA-44.

Diamond DA-42 Twin Star

Mit schwarz-rot-goldenen Winglets sind die Rostocker Schulflugzeuge markant dekoriert. Foto und Copyright: Lufthansa Aviation Training  

 

Die in Österreich entwickelte Diamond DA-42 ist ein zweimotoriges Propellerflugzeug der neuesten Generation. Sie verfügt über zwei je 168 PS starke Dieselmotoren und bietet Platz für vier Personen. Dank ihrer effizienten Triebwerke eignet sie sich optimal für die Instrumentenflugausbildung. Die DA-42 verbraucht im Vergleich zu ihrem Vorgängermuster PA-44 rund ein Drittel weniger Treibstoff bei gleichzeitig höherer Geschwindigkeit und verfügt über eine 50 Prozent höhere Steigleistung bei simuliertem Triebwerksausfall. Dank eines Anti-Icing-System kann man auch noch bei moderaten Vereisungsbedingungen fliegen. Ein Wetter-Radar ermöglicht auch bei starker und gewittriger Wolkenbildung eine sichere Flugdurchführung, indem diese Wetterzonen vermieden werden können. Beides führt zu einer weiteren Steigerung der Zuverlässigkeit in der Lehrgangsplanung. Dank leicht auswechselbarer Komponenten sowie stärkerer Digitalisierung verringert sich der Wartungsaufwand deutlich. Die verbesserte Reichweite führt zu einem vergrößerten Radius der zu Übungszwecken angeflogenen Flugplätze und damit zu einer geringeren Lärmbelastung im Umkreis von Rostock-Laage. 

Derzeit befinden sich die fünf Twin Star noch im Zulassungsprozess. Bis Mai machen sich dann zunächst die Ausbilder in Rostock-Laage mit der DA-42 vertraut. Anschließend nimmt das neue Flugzeugmuster seinen offiziellen Schulungsbetrieb auf. Lufthansa Aviation Training (LAT) bündelt unter der Marke European Flight Academy (EFA) sämtliche Flugschulen der Lufthansa Group in Deutschland, der Schweiz und in den USA. Absolventen erfüllen die Standards der Lufthansa Group und erhalten Zugang zu deren internem Stellenmarkt. Die European Flight Academy sucht allein im laufenden Jahr 500 neue Pilotenschüler für die Airlines der Lufthansa Gruppe. Der theoretische Teil der Schulung findet in Bremen statt, die anschließende erste Praxisphase, das Fliegen nach Sichtflugregeln, erfolgt in den USA. Anschließend erlernen die angehenden Piloten das Fliegen nach Instrumenten an den EFA-Standorten in Rostock-Laage und Bremen.

LAT-Geschäftsführer Ola Hansson sagte bei der Übernahmefeier der neuen Flugzeuge: "Der massive Bedarf an Piloten und das damit verbundene Wachstum in den kommenden Jahren stellt an uns als Flugschule besondere Anforderungen. Mit unseren hochmodernen Flotten in Phoenix/USA und Rostock-Laage bieten wir sowohl unseren Flugschülern als auch den Airlines der Lufthansa Group zu sehr marktfähigen Konditionen ein Produkt höchster Qualität, das in dieser Form weltweit einzigartig ist. Die Kostenstrukturen in Rostock-Laage sind hierbei ein wichtiger Baustein für unsere zukünftige Ausrichtung.“

Die Lufthansa Aviation Training GmbH entstand Anfang 2017 aus Lufthansa Flight Training und Swiss Aviation Training. Mit der Aus- und Weiterbildung von Cockpit- und Kabinenpersonal an zwölf Ausbildungsstandorten gehört sie zu den größten Unternehmen im Bereich Flight Training. Zum Kundenportfolio von Lufthansa Aviation Training gehören über 200 national und international renommierte Airlines sowie die Lufthansa Konzernfluggesellschaften. Das Unternehmen hat seinen Sitz in Hallbergmoos bei München und beschäftigt rund 1000 Mitarbeiter.

www.flugrevue.de/Sebastian Steinke


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