28.03.2017
FLUG REVUE

Besondere Fluglagen bei hoher BeschleunigungLufthansa verbessert "Upset Recovery" Training

Lufthansa Aviation Training und AMST-Aviation kooperieren künftig bei der Ausbildung von fliegendem Personal für die Bewältigung extremer Fluglagen. Das "Upset Prevention and Recovery Training" (UPRT) nutzt dazu den hochmodernen "Desdemona"-Simulator von AMST.

Desdemona Simulator Upset Recovery Trainining

Der aus der militärischen Luftfahrt bereits bekannte Desdemona-Simulator verbindet eine realistische Cockpitkabine mit einer Zentrifuge, so dass extreme Fluglagen mit den entsprechenden Beschleunigungskräften dargestellt werden können. Foto und Copyright: AMST  

 

AMST-Aviation und Lufthansa Aviation Training (LAT) hätten im März dazu eine Kooperationsvereinbarung unterzeichnet, teilte Lufthansa mit. Zentraler Inhalt der Zusammenarbeit sei das Upset Prevention und Recovery Training (UPRT), das in der Pilotenausbildung aktuell eine immer wichtigere Rolle zur Erhöhung der Sicherheit im Luftverkehr spiele.

LAT bringe ihre fliegerische Kompetenz in Form von Computer-Trainings-Theoriemodulen in die Partnerschaft ein, AMST-Aviation das realistische, praktische UPRT Training auf dem Simulator Desdemona. Dies ist ein speziell für UPRT geeigneter Flugsimulator, welcher eine vollwertige Simulatorkabine mit Bilddarstellung und einer Zentrifuge verbindet, womit eine Bewegungssimulation inklusive realistischer g-Belastungen in allen Fluglagen ermöglicht wird. Bis zu drei g in allen Richtungen können dauerhaft erzeugt werden.

"Die Zusammenarbeit von LAT und AMST-Aviation im Bereich UPRT ist ein logischer Schritt, weil sich die Kompetenzen beider Häuser in diesem Bereich ausgesprochen gut ergänzen. Wir freuen uns über den Vertragsabschluss und sind guter Dinge bezüglich einer weiteren Vertiefung der Kooperation", sagte Rainer Schlüsselberger, CEO von AMST-Aviation.

Beim Upset Prevention und Recovery Training geht es um das Pilotentraining für extreme Fluglagen, etwa den Kontrollverlust bei sehr steil aufgerichtetem Flugzeug nach Strömungsabriss oder sehr hohe Schräglagen nach dem Einflug in Wirbelschleppen. Der Simulator lässt dabei die gleichen Beschleunigungskräfte wirken, wie in den realen Szenarien, so dass die Besatzung neben der Steuerung auch noch die in dieser Heftigkeit ungewohnten, körperlichen Sinneseindrücke verarbeiten muss.

www.flugrevue.de/Sebastian Steinke


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