08.05.2013
FLUG REVUE

Mayrhuber neuer Aufsichtsratschef bei Lufthansa

Die Hauptversammlung der Lufthansa-Aktionäre hat am Dienstag den früheren Vorstandschef der Airline, Wolfgang Mayrhuber, zum neuen Aufsichtsratsvorsitzenden der größten deutschen Airline gewählt.

Auf der 60. ordentlichen Hauptversammlung der Deutschen Lufthansa AG in Köln seien rund 2100 Aktionäre per Briefwahl oder persönlich anwesend gewesen, die 41,9 Prozent des Aktienkapitals vertreten hätten, teilte Lufthansa mit. Die große Mehrheit der Anteilseigner des Unternehmens habe die Mitglieder des Vorstands und des Aufsichtsrats des letzten Geschäftsjahres entlastet. 

Zum neuen Vorsitzenden des Aufsichtsrates sei Wolfgang Mayrhuber gewählt worden, Stellvertreterin sei Christine Behle geworden. Mayrhuber folgt auf den aus Altersgründen ausscheidenden Jürgen Weber. Lufthansa hatte am Vortag der Versammlung überraschend gemeldet, Mayrhuber ziehe seine Kandidatur weger der Kritik von Aktionärsvertretern zurück, anschließend aber eine erneute Kandidatur Mayrhubers gemeldet. 

Lufthansa befindet sich in einem strategischen Restrukturierungsprozess, bei dem unter anderem der Lufthansa-Europaverkehr abseits der Drehkreuze Frankfurt und München bis Anfang 2014 schrittweise an die Tochter Germanwings ausgelagert werden soll. Auch die Bodenabfertigung soll teilweise von kostengünstigeren Tochterfirmen übernommen werden.

Lufthansa-Vorstandschef Christoph Franz sagte auf der Hauptversammlung: „Unser Unternehmen steht erheblichen Herausforderungen gegenüber. Die Weltluftfahrt hat sich verändert. Unsere Branche ist unter Druck. Besonders in Europa. Der Wettbewerb wird immer härter. Das lässt sich auch an unseren Unternehmenszahlen ablesen. Deshalb möchte ich gar nicht erst versuchen, unsere Ergebnisse zu beschönigen: Sie sind nicht ausreichend, um auch in Zukunft nachhaltig zu wirtschaften." 

Bis 2015 wolle der Konzern sein operatives Ergebnis durch das Sparprogramm SCORE auf 2,3 Milliarden Euro steigern. „Unsere Branche ist nicht nur krisenanfällig, sie ist auch kostenintensiv. Kerosin, Gebühren und Personalkosten, die Investitionen in Flotte, Bord- und Bodenprodukte, das sind große Kostenblöcke und feste Größen. Daran lässt sich wenig ändern. Deshalb müssen wir uns ändern, wenn wir auf Dauer überleben wollen“, so Franz. „Wir wollen gestalten, nicht gestaltet werden.“

www.flugrevue.de/Sebastian Steinke


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