21.07.2016
FLUG REVUE

Unterwassersuche bringt keine SpurenMH370: Kontrollierter Gleitflug mit leeren Tanks?

Das australische Joint Agency Coordination Centre hat in einem neuen Zwischenbericht die vergebliche Suche nach den Trümmern von Flug MH370 protokolliert. Niederländische Experten halten es für möglich, dass das Flugzeug weiter als bisher angenommen im kontrollierten Gleitflug kam.

Flug MH370 Suchgebiet Karte Australien

Trotz einer aufwändigen und großflächigen Suche konnten auf dem Meeresboden vor Australien bisher keine Spuren eines Trümmerfeldes von Flug MH370 geortet werden. Foto und Copyright: Australian Government  

 

An der Suche beteiligte Bergungsexperten des niederländischen Unternehmens Fugro teilten mit, sie hielten mittlerweile auch einen kontrolliert fortgesetzten Gleitflug der Boeing 777-200ER nach dem Aufbrauchen aller Treibstoffvorräte für möglich. Damit hätte das Flugzeug aus der Reiseflughöhe noch knapp 200 Kilometer weiter kommen können, als bisher angenommen wurde. Bisher war man davon ausgegangen, dass Flug MH370 zuletzt per Autopilot gesteuert wurde. Nach dem Verbrauchen des Kerosins und dem Abschalten der Triebwerke hätte sich auch der Autopilot abgeschaltet und das Flugzeug wäre direkt abgestürzt. Dagegen hätte ein menschlicher Pilot im gesteuerten Gleitflug noch aus dem bisherigen Suchgebiet manuell herausfliegen können. 

Am Mittwoch hatten die australischen Behörden einen neuen Zwischenbericht herausgegeben. Demnach wurden über 110.000 Quadratkilometer des fraglichen Meeresbodens abgesucht, ohne Spuren des Flugzeugs zu finden. Nur vor der afrikanischen Küste wurden Trümmerteile, darunter Landeklappen, angespült und geborgen, die eindeutig der vermissten Boeing 777 zugeordnet werden. Die restliche Suche kann sich nach Angaben der australischen Behörden noch bis in die Wintermonate ziehen. Danach wolle man das Suchgebiet nicht mehr erweitern.

Das Flugzeug war im März 2014 mit 239 Insassen auf dem Weg von Kuala Lumpur nach Peking unter auffälligen Umständen verschollen. Nach dem Abmelden bei einer regionalen Flugsicherungszentrale änderte das Flugzeug aufällig seinen Kurs und seine Höhe und "schlich" sich in einem offenbar genau geplanten Zickzackkurs aus den üblichen Luftstraßen heraus. Außerdem wurde das Transpondersystem an Bord vermutlich manuell und absichtlich komplett abgeschaltet, was weitreichende Systemkenntnisse voraussetzt, die über das normale Wissen von Piloten hinausgehen.

Der angenommene sehr komplizierte Flugweg scheint der These eines plötzlichen Unglücks an Bord und eines danach herrenlos fliegenden Flugzeugs zu widersprechen. Damit steht weiterhin auch noch die Hypothese eines möglichen, vertuschten Selbstmordes eines der Piloten im Raum.

www.flugrevue.de/Sebastian Steinke


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