26.11.2008
FLUG REVUE

26.11.2008 - Air Cargo GermanyNeue deutsche Frachtairline: Air Cargo Germany

26. November 2008 - Unter dem Namen "Air Cargo Germany" rollt 2009 eine neue deutsche Fluggesellschaft an den Start.

Das im Juni 2008 ins Handelsregister von Bad Kreuznach eingetragene Unternehmen will in der zweiten Januar-Hälfte den operativen Betrieb aufnehmen. Bis dahin erwartet das Management die Erteilung der amtlichen Fluglizenz AOC (Air Operator Certificate) durch das Braunschweiger Luftfahrt-Bundesamt.   

Zum Einsatz kommen zwei geleaste Umbaufrachter vom Typ Boeing 747-400SF. Sie stammen von der taiwanesischen China Airlines und werden derzeit in Israel bei IAI-Bedek von Passagier- zu Cargoflugzeugen umgebaut. Veranlasst wurden die Umrüstungen vom Käufer der Flugzeuge, der isländischen Avion Aircraft Trading.

"Wir werden vorsichtig in den Markt starten und zunächst Charterflüge anbieten", kündigte ACG-Geschäftsführer Thomas Homering an. Damit berücksichtige der Geschäftsplan der ACG Air Cargo Germany die aktuelle Finanz- und Wirtschaftkrise, die auch am Transportsektor nicht spurlos vorbei gehe.

Zur Vermarktung der Kapazität – die Frachter können bis zu 120 Tonnen pro Flug befördern – führe die ACG derzeit Verhandlungen mit diversen Charterbrokern. Mit Beginn des kommenden Sommerflugplans Ende März 2009 werde die Gesellschaft dann von ihrer betrieblichen Basis, dem rheinland-pfälzischen Flughafen Frankfurt-Hahn, eine Reihe von Linienverbindungen anbieten. Dazu seien zunächst Umläufe über Moskau nach Shanghai sowie Flüge via Istanbul nach Hongkong geplant. "Parallel dazu werden wir unsere Kapazitäten weiterhin dem Chartermarkt offerieren", kündigte Homering ein duales Geschäftsmodell aus Linien- und Bedarfsflügen an.  

Als geeignetes Mittel für eine hohe Grundauslastung der Flugzeuge im Linienverkehr befürwortet ACG Air Cargo Germany mittel- und langfristige Kapazitätsabkommen mit Spediteuren. Alle übrigen Kontingente der Linienflüge, die nicht über Festaufträge (Blocked Space Agreements) mit Sendungen belegt seien, würden vom Frankfurter Vertriebsagenten ATC Aviation Services vermarktet.

Die beiden früheren LTU-Manager Michael Bock und Thomas Homering sind der Überzeugung, dass in Deutschland genügend Platz für einen zweiten nationalen Anbieter ist. "Gespräche mit Spediteuren belegen, dass sich viele eine Option für den Transport ihrer Sendungen wünschen", betonte Bock.

Mehrheitseigner des Unternehmens ist CEO Michael Bock. Einen Minderheitsanteil hält der in Dublin ansässige irische Investor City Leasing Limited. Komplettiert wird der erweiterte Leitungskreis durch frühere Führungskräfte der Aeroflot Cargo, darunter deren ehemaliger Vorstandschef Andrey Goryashko sowie die beiden Cargofachleute Alexej Prikhodchenko und Alexander Kirichenko. "Von diesen Experten erwarten wir, dass sie viele Türen bei Spediteuren öffnen und für uns neue Märkte erschließen", so Bock.  



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