06.12.2012
FLUG REVUE

"Neue" Germanwings übernimmt Lufthansa-Direktverkehr

Um die Kosten auf ihren seit längerer Zeit defizitären Direktflügen, abseits der Drehkreuze Frankfurt und München, zu senken, verlagert Lufthansa ihren sogenannten Direktverkehr ab Sommer 2013 auf die Tochter Germanwings.

Lufthansa-Vorstandschef Christoph Franz, Passage-Vorstand Carsten Spohr und Germanwings-Geschäftsführer Thomas Winkelmann stellten das neue Konzept am Donnerstag in Köln vor. Demnach biete die "neue" Germanwings ab Sommer 2013 drei unterschiedliche Buchungsklassen in ihrer Kabine an, die auf anspruchsvolle Geschäftsreisende ("Best"), normale Economy-Class-Passagiere ("Smart") und besonders preisbewusste Kunden ("Basic") ausgerichtet seien.

Die ersten drei Sitzreihen seien den "Best"-Kunden vorbehalten, die für ihren höheren Ticketpreis jeweils auch einen Imbiss, Vielfliegermeilen, Loungezugang und eine schnellere Sicherheitskontrolle am Flughafen erhielten. Außerdem würden hier in jeder Dreier-Sitzgruppe jeweils die mittleren Plätze freigehalten. Die mittlere Kategorie "Smart" könne kostenlos einen Koffer aufgeben, was bei der billigsten Kategorie "Basic", die nur im Internet angeboten werde, Aufpreis koste. 

Germanwings wolle ihre Flugzeuge einheitlich mit den aktuellen Lufthansa-Sitzen der Economy-Class ausstatten, die in den jeweils ersten zehn Reihen mit dem erhöhten Abstand von 32 Inch (81,2 Zentimeter) montiert würden, wovon auch die "Smart"-Passagiere profitierten. Dahinter werde ein Abstand von 29 Inch genutzt. Außerdem lackiere man die Flugzeuge ab Sommer 2013 mit neuen Schriftzügen und Logos mit einem stilisierten "W" (für Germanwings) um.

Lufthansa wolle außerdem 1000 eigene Mitarbeiter, darunter Piloten, Flugbegleiter und Bodenpersonal zu der neuen Tochter verlagern. Die Tochter solle mit 90 Flugzeugen rund 20 Millionen Passagiere pro Jahr befördern. Laut Lufthansa mache der Konzern im Direktverkehr bisher jährlich einen dreistelligen Millionenverlust. Man habe auch einen Ausstieg aus diesem Segment erwogen, wolle nun aber mit dem veränderten Germanwings-Konzept in diesem Markt präsent bleiben und, vor allem Dank standardisierter Prozesse, einheitlicher Flotte und niedrigerer Personalkosten, rund 200 Millionen Euro pro Jahr sparen.

www.flugrevue.de/Sebastian Steinke


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