19.06.2018
FLUG REVUE

Low Cost Monitor des DLRNeuer Rekord an Billigflügen

Nach der Insolvenz von airberlin stellt der Low Cost Monitor des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) einen neuen Höchstwert an Flügen von Niedrigpreis-Airlines fest - und steigende Preise.

Airbus A320 von Eurowings auf dem Vorfeld

Eurowings hatte im Winter 2017/18 einen Marktanteil von mehr als 50 Prozent an Low-Cost-Flügen in und ab Deutschland. Foto und Copyright: Eurowings  

 

Das DLR hat am Dienstag seinen neuen Low Cost Monitor 1/2018 veröffentlicht. Demnach wird mittlerweile rund ein Drittel aller Flugverbindungen ab Deutschland von Niedrigpreis-Fluggesellschaften durchgeführt. Nach der Pleite und der Verteilung der Strecken von airberlin zeigte sich nach Angaben des DLR ein neuer Rekord an Billigflügen in einem Winterhalbjahr in Deutschland. Das Wachstum wird dominiert von Eurowings, easyJet und Ryanair. Die Ticketpreise steigen wieder, allerdings laut DLR nur moderat. Insgesamt legte der europäische Markt der Low-Cost-Carrier um mehr als zehn Prozent im Vergleich zum Vorjahr zu.

Im vergangenen Winterhalbjahr boten die untersuchten Niedrigpreis-Airlines 642 Strecken an, im Vorjahr waren es 518. Am stärksten hat Ryanair sein Netz erweitert, um 59 zusätzliche Verbindungen (+ 35 Prozent). Auch easyJet fliegt 14 neue Ziele an. Eurowings legte durch die Übernahme zahlreicher airberlin-Verbindungen um 40 Prozent im Vergleich zum Vorjahr zu. Mit einem Marktanteil von 50 Prozent war die Lufthansa-Billigtochter die Fluggesellschaft mit dem größten Angebot an Low-Cost-Flügen in und ab Deutschland im Winter 2018.

Ein steigender Ölpreis und die verstärkte Expansion der Billigflieger an Großflughäfen ist nach Angaben des DLR verantwortlich dafür, dass die durchschnittlichen Bruttopreise der betrachteten Low-Cost-Carrier Eurowings, Ryanair, easyJet und Wizz für einen einfachen Flug auf 53 bis 117 Euro steigen. Der Vorjahreswert dieser Gesellschaften habe bei rund 44 bis 105 Euro gelegen. "Dabei zeigt sich, dass die Preise moderater gestiegen sind, als zunächst zum Beginn des Winterflugplans erwartet", so Dr. Peter Berster vom DLR-Institut für Flughafenwesen und Luftverkehr in Köln. Neben den zahlreichen durch Eurowings übernommenen airberlin-Strecken habe die ergänzende Streckenübernahme durch easyJet eine preisdämpfende Wirkung entfaltet.

Europaweit bleiben Ryanair und easyJet an der Spitze der Bliigiflieger. Beide Fluggesellschaften bieten zusammen fast 50 Prozent aller Low-Cost-Flüge in Europa an, wobei 27 Prozent auf den Marktführer Ryanair entfallen. Eurowings konnte ihren Anteil im europäischen Niedrigpreis-Markt von sieben Prozent der Flüge im vergangenen Jahr auf mittlerweile neun Prozent steigern.



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