12.08.2016
aero.de

Interview mit Rossen DimitrovQatar Airways setzt auf Zugkraft ihrer Business Class

Jedes neue Flugzeug von Qatar Airways muss vor seinem ersten Einsatz eine Inspektion durch den Chef persönlich bestehen. Anfang 2017 wird Akbar Al-Baker die erste Boeing mit einer neuen Business Class abnehmen und die Latte für die Konkurrenz wahrscheinlich ein paar Stufen höher legen.

Qatar Airways Airbus A350 Business Class

Qatar Airways Airbus A350 Business Class. Foto und Copyright: aero.de  

 

Zu Details hüllt man sich in Doha noch in Schweigen. "Elemente, die wir in der Vergangenheit an Bord unserer Flugzeuge einführten, wurden von unseren Wettbewerbern kopiert", sagt Rossen Dimitrov, Customer Experience Manager von Qatar Airways, im Interview mit PaxEx.de. "Dieses Mal patentieren wir unsere Ideen."

Ein paar Eckdaten zur neuen Business Class streute Qatar Airways dennoch schon in der Branche - halboffene Suiten mit Schiebetüren und Mittelsitze, die sich bei Bedarf zu einem Doppelbett umbauen lassen, sollen die neue Business Class auszeichnen und Grenzen zur First verwischen.

Das neue Produkt werde "das Reiseerlebnis revolutionieren", schwärmt Dimitrov. Passagiere können sich "im ersten Quartal 2017" an Bord einer werksneuen Boeing 777-300ER selbst ein Bild machen. Die neue Kabine kommt damit etwas später als zum ursprünglich angepeilten Dezember-Termin.

"Die 777 leistet den Großteil unseres Langstreckennetzes", erklärt Dimitrov die Priorisierung der Boeing-Flotte auch beim zeitgleich beginnenden Retrofit-Programm. Qatar Airways erhielt 2016 ihre bereits 50. 777-300ER von Boeing. Später zieht die neue Business auch in die Kabinen ihrer A380 und A350 ein.

Die A350-1000, Qatar Airways wird 2017 internationaler Erstbetreiber, erhalten die neue Business Class ab Werk und verzichten auf eine First Class.

Business Class ist Mittelpunkt der Produktstrategie

Qatar Airways Airbus A350 Economy Class

Qatar Airways Airbus A350 Economy Class. Foto und Copyright: aero.de  

 

Die gibt es bei Qatar Airways ohnehin nur an Bord der A380, deren Linien wie Paris, Bangkok, Guangzhou und Sydney laut Dimitrov "spezifische Nachfrage" für eine First Class generieren. Fliegende Hotelzimmer wie bei Etihad Airways und bald wohl auch Emirates soll es bei Qatar Airways nicht geben.

Geschäftsreisende und sehr wohlhabende Privatleute buchen, so erkennen es zumindest die Marktforscher von Qatar Airways, zunehmend entweder Business Class oder nehmen gleich einen Privatjet. Wenig Raum für eine First Class und auch sonst konzentriert man sich in Doha lieber auf die Business.

Hinter deren Vorhang beginnt bei Qatar Airways auch weiter direkt die Economy-Welt. "Wir haben keine Pläne für eine Premium Economy", sagt Dimitrov und verweist auf einen hohen Economy-Standard seiner Airline, "der sich auf Augenhöhe oder oberhalb sogenannter Econony-Plus-Angebote" bewege.

Emirates will sich das Thema Premium Economy zumindest noch einmal näher ansehen, nachdem die Airline 2016 rückläufige Premiumerlöse verzeichnet.

"Weder Museumsbesuch noch Busreise"

"Wir wissen, dass unsere Kunden nicht bereit sind, für Dinge zu bezahlen, die sie weder wollen noch brauchen", sagt Dimitrov zur gestiegenen Preissenibilität in der Business Class. Direkter Gangzutritt von jedem Platz, 180-Grad-Liegesitze, vielfältige Menüoptionen, freundlicher Service und Internetzugang - das erwarteten Passagiere heute von einem Premiumticket.

"Beim Fliegen sollte man sich nicht wie bei einem Museumsbesuch aber auch nicht wie auf einer Busreise vorkommen", findet Dimitrov. Ein komfortables und entspanntes Reiseerlebnis stärke die Kundenbindung am Ende des Tages mehr als alles andere.

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aero.de/Dennis Dahlenburg


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