27.02.2014
FLUG REVUE

Acht A380 werden später abgenommenRadikaler Sparkurs bei Qantas

Nach erheblichen Verlusten will die australische Fluggesellschaft Qantas angesichts immer härterer Inlandskonkurrenz mit einem radikalen Sparprogramm ihre Kosten senken. Dazu gehört auch die verzögerte Abnahme von acht bereits bestellten Airbus A380-800.

Airbus A380 Qantas Nancy Bird-Walton

Der Airbus A380 mit dem Taufnamen "Nancy Bird-Walton" war das erste Exemplar des Airbus-Jumbos in der Qantas-Flotte. Foto und Copyright: © Paul Kaps  

 

Qantas wolle in den nächsten drei Jahren ihre Kosten um zwei Milliarden australische Dollar (rund 1,3 Milliarden Euro) verringern, teilte das Unternehmen am Donnerstag mit. Dazu sollen in den nächsten drei Jahren 5000 Vollzeitstellen entfallen, davon 1500 in der Verwaltung. Alleine im zweiten Halbjahr 2013 hatte das Unternehmen 164 Millionen Euro Verlust vor Steuern ausgewiesen. Die Airline erklärte, ihre Flotte durch beschleunigte Ausmusterungen und verspätete Abnahmen neuer Auslieferungen um insgesamt 50 Flugzeuge verringern zu wollen. Verspätet abgenommen werden auch acht bereits bestellte Airbus A380-800 und drei Boeing 787-8 für die Qantas-Niedrigpreis-Tochter Jetstar.

Qantas steht besonders im Inland unter hartem Wettbewerbsdruck durch die stark expanierende Konkurrenz von Virgin Australia. Qantas beklagt, dass dieser Wettbewerber durch ausländische Anteilseigner wie Air New Zealand, Etihad und Singapore Airlines auch mit staatlicher Hilfe ausgebaut werde, obwohl er Verluste schreibe. Trotz einer bereits erfolgten Stückkostensenkung um 19 Prozent in den letzten vier Jahren komme die privatisierte Qantas gegen diesen Wettbewerber nicht an.

Bezüglich ihrer Flottenplanung will die Qantas-Gruppe mehr Standardrumpfflugzeuge im Inland nutzen und damit Airbus A330-200 für internationale Routen freimachen, um dort sechs ältere Boeing 747 beschleunigt ausmustern zu können. Neun bereits auf neue Kabinen im A380-Stil umgerüstete Jumbos verbleiben dagegen im internationalen Einsatz.

Zwei letzte Boeing 737-400 im Bestand wurden bereits ausgemustert. Bis Jahresende 2015 verlassen auch alle Boeing 767 die Flotte. Eine ungenannte Zahl von bestellten Airbus A320 und acht verbleibende A380-Bestellungen werden verspätet abgenommen. Die bisherigen zwölf A380 im Bestand werden durch Flugplanoptimierungen effizienter ausgenutzt. Bis 2016 soll die Passagierflotte statt aus heute elf Mustern nur noch aus sieben Mustern bestehen, die ein Durchschnittsalter von acht Jahren aufweisen.

Innerhalb des nächsten Jahres soll das Routennetzwerk um schlecht laufende Strecken bereinigt werden. Dazu zählt die Streichung der Route von Perth nach Singapur ab 2015. Die Routen von Brisbane nach Singapur und von Sydney nach Singapur werden von der Boeing 747 auf die kleinere A330 heruntergestuft.

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www.flugrevue.de/Sebastian Steinke


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