30.05.2017
FLUG REVUE

Widerruf von mindestens 400 LizenzenRussland verschärft Pilotenzulassung

Die russische Luftfahrtbehörde hat in großem Stil ihre vorherigen Zulassungen privater Flugschulen für die Ausbildung von Linienpiloten widerrufen. Mehrere hundert Verkehrspiloten verloren dadurch rückwirkend ihre Lizenzen.

TsAGI Windkanalmodell MS-21

Die verschärften Ausbildungrichtlinien für russische Piloten wurden im Forschungsinstitut TsAGI auch mit Windkanalmodellen, hier einer MS-21, entwickelt. Foto und Copyright: TsAGI  

 

Die verschärften Zulassungsregeln für Flugschulen und Piloten ergingen, nachdem die Luftfahrtbehörde Rosaviatsiya im Rahmen einer Unfalluntersuchung eines Absturzes in Kazan vom November 2013 bei Tartastan Airlines mit 50 Toten ermittelt hatte, dass der Unglückskapitän, dem ein Durchstartmanöver misslang, seine fliegerische Grundausbildung nicht abgeschlossen hatte. Seitdem widerrief die Behörde zahlreiche Zulassungen privater Flugschulen und Trainingszentren für die Berufspilotenausbildung, womit auch die dort ausgestellten Dokumente der Piloten pauschal ungültig werden.

Anfang Mai hatten sich 400 betroffene, russische Piloten mit der Bitte um ein Eingreifen an die UN-Zivilluftfahrtorganisation ICAO gewandt und beklagt, dass bei einer Fortsetzung dieser Politik bald einem Viertel aller russischen Piloten die Entlassung drohe. Dabei gebe es keine Einzelfallüberprüfung, sondern nur einen pauschalen Widerruf. Rosaviatsiya möchte nach eigener Aussage private Trainingszentren künftig nur noch für die Ausbildung von Privatpiloten zulassen und Berufspiloten grundsätzlich an staatlichen Flugschulen ausbilden. Bisher war in Russland auch die Zulassung privater Flugschulen nach ICAO-Regeln durch Rosaviatsiya erfolgt. Die Piloten fordern in der Petition die Rückgabe ihrer widerrufenen Lizenzen.

Unterdessen hat Rosaviatsiya verschärfte Vorgaben zur fliegerischen Ausbildung von Luftfahrtpersonal im Langsamflug und in besonderen Flugzuständen angekündigt. Die neuen Ausbildungsinhalte wurden in Zusammenarbeit mit dem Strömungsinstitut TsAGI und Flugzeugherstellern entwickelt.

www.flugrevue.de/Sebastian Steinke


Weitere interessante Inhalte
Keine Nonstop-Flüge mehr Russland und Ukraine stoppen Flüge

26.10.2015 - Die Ukraine und Russland haben ihren Konflikt jetzt auch auf den Luftverkehr ausgedehnt. Beide Länder haben den Airlines aus den jeweils anderen Ländern ein Landeverbot erteilt. … weiter

Die Riesen der Lüfte Top 10: Die größten Flugzeuge der Welt

25.05.2018 - Schneller, höher, weiter: Die Entwicklung der Luftfahrt ist und war immer von Rekorden geprägt. Eine besondere Rolle nehmen seit jeher Großflugzeuge ein. … weiter

Additive Fertigung im Triebwerksbau MTU Aero Engines gründet 3D-Druck-Abteilung

25.05.2018 - Schon seit 2013 läuft bei MTU die Serienfertigung von 3D-gedruckten Boroskopaugen für den A320neo-Getriebefan. Nun intensiviert der Münchner Triebwerksbauer sein Engagement im Bereich der additiven … weiter

Einflottung ab 2020 Germania bereitet sich auf A320neo vor

24.05.2018 - Germania hat 25 Airbus A320neo bestellt, die ab Januar 2020 übernommen werden sollen. Schon jetzt laufen die Vorbereitungen bei der deutschen Airline. … weiter

Nolinor Aviation Modernes Glascockpit für Boeing-Oldie

23.05.2018 - Die kanadische Charter- und Frachtfluggesellschaft Nolinor Aviation lässt eine mehr als 35 Jahre alte Boeing 737-200 mit neuer Avionik nachrüsten. … weiter


FLUG REVUE 06/2018

FLUG REVUE
06/2018
14.05.2018

Abonnements
Digitalabo
E-Paper
Heft-Archiv
Einzelheft bestellen


- ILA AKTUELL: Die Highlights in Berlin
- Alexander Gerst: Die zweite Mission
- Aircraft Interiors: Sitze zwischen Leichtbau und Luxus
- Überschall ohne Knall: Skunk Works bauen X-Plane
- Flughafen München: Angriff auf Frankfurt