08.02.2017
Erschienen in: 02/ 2017 FLUG REVUE

BilligairlineRyanair kommt nach Frankfurt

Alarmstimmung unter den deutschen Airlines: Der irische Niedrigpreis- Branchenriese Ryanair kommt ab dem Sommer 2017 nach Frankfurt am Main und macht Deutschlands größtes Drehkreuz sofort zu einer „Basis“.

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Blau-gelb lackierte 737 sind in Frankfurt kein völlig ungewohnter Anblick, und doch war diese am 2. November landende Boeing eine Überraschung. Niemand anderes als Branchenschreck Ryanair rollte vor das Frankfurter Terminal 2, um nebenan in der Fraport-Zentrale zur Pressekonferenz mit Fraport-Chef Stefan Schulte zu bitten. „Michael O‘Leary haben wir in Dublin eingesperrt, denn er hat mal gesagt, wir fliegen niemals nach Frankfurt/Main“, scherzten Ryanair-Marketingvorstand Kenny Jacobs und der kaufmännische Geschäftsführer David O‘Brien zur Einstimmung.

„Ich freue mich, Ryanair am Standort zu begrüßen, eine große und führende Fluggesellschaft“, schmeichelte Stefan Schulte seinem neuen Kunden, der alleine im Monat Oktober mit seinen 350 Boeing 737-800 elf Millionen Passagiere beförderte und 95 Prozent Auslastung erreichte. „Wir haben schon seit unserer Zeit in Hahn eine lange Partnerschaft, und wir sehen deutliche Marktveränderungen, auf die wir reagieren müssen. Wir müssen und wir wollen uns für Low Cost öffen“, umriss der Flughafen-Konzernchef die Lage. Immer mehr Punkt-zu-Punkt-Verkehr zum Niedrigpreis vernetze Europa. Der Marktanteil werde von 30 auf über 60 Prozent klettern. Gerade Internetbuchungen erfolgten besonders oft bei den Niedrigpreis-Airlines.

„Wenn Kunden in diesem Marktsegment fliegen wollen, müssen wir es anbieten“, sagte Schulte. Weil Frankfurt dies bisher versäumt habe, verringere sich bereits das Einzugsgebiet des Drehkreuzflughafens. So wanderten Kunden ab Limburg und nördlich davon nach Köln ab, und Fluggäste aus Karlsruhe und südlich davon zu süddeutschen Alternativen mit günstigen Angeboten.

Ein Drehkreuz wie Frankfurt lebe außerdem von möglichst vielen Verbindungen. Für mehr und neue Ziele sei Ryanair ein sehr starker Partner. Die Airline fliege 200 Flughäfen in Europa an, nur 80 davon könne man bisher ab Frankfurt direkt erreichen. „Wir rücken damit aber nicht vom Hub-Produkt ab“, stellte Schulte klar. Vielmehr wolle er die Drehkreuzrolle Frankfurts weiterentwickeln und künftig ein sehr viel breiteres Spektrum anbieten: von der schnörkellosen Niedrigpreis-Airline bis hin zu neuen Komplettpaketen im absoluten Luxusbereich.


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