08.07.2013
FLUG REVUE

Boeing 777 Bruchlandung in San FranciscoSan Francisco: Boeing 777 verunglückt bei der Landung

Die Bruchlandung einer Boeing 777-200 von Asiana Airlines in San Francisco hat am Sonnabend zwei Menschenleben gefordert. Das aus Seoul kommende Flugzeug war unmittelbar vor der ins Wasser der San Francisco Bay gebauten Landebahn hart aufgeschlagen, wobei das Heck abbrach. Durch glückliche Umstände überlebten die meisten Insassen.

Die acht Jahre alte Boeing 777-200ER mit der koreanischen Registrierung HL 7742 hatte 291 Passagiere und 16 Besatzungsmitglieder an Bord. Trotz der schweren Schäden gelang der Kabinenbesatzung unter Purserin Lee yoon Hye die Evakuierung aller Insassen, bevor der Rumpf in Brand geriet. Nach Angaben der leitenden Flugbegleiterin bei einer Pressekonferenz in San Francisco hätten sich zwei Notrutschen unbeabsichtigt innerhalb der Kabine aufgeblasen. Man habe zunächst mit Äxten diese Rutschen zerstören müssen, um die darunter begrabenen Flugbegleiter zu befreien. Zahlreiche Passagiere erlitten Verletzungen, mehrere kritisch, und zwei chinesische Fluggäste starben.

Lee, die, wie sich erst später herausstellte, bei dem Unglück einen Knochenbruch im Rückenbereich erlitten hatte berichtete, wie sie die Kabine zuletzt noch überprüft habe, bevor sie selbst das Flugzeug als letzte verließ. Wegen einer eingestürzten Kabinendecke und sich ausbreitenden, giftigen Rauchs habe sie das Kabinenheck aber nicht mehr restlos übersehen können. Der Chef der Flughafenfeuerwehr von San Francisco lobte ausdrücklich die Handlungen der Kabinenbesatzung.

Die amerikanische Unfalluntersuchungsbehörde NTSB hat unterdessen die Ermittlungen aufgenommen. Nach Angaben der Vorsitzenden Deborah Hersman, die persönlich aus Washington D.C. zur Unglücksstelle reiste, deuteten die Angaben des geborgenen Flugdatenschreibers auf eine tatsächliche Anfluggeschwindigkeit "deutlich unterhalb" der normalen Anfluggeschwindigkeit von 137 Knoten (254 km/h) hin. Hersman sagte, man werte jetzt Radardaten der Flugsicherung aus, um die tatsächlich geflogene Geschwindigkeit zu ermitteln. Außerdem werde man die Besatzung befragen und sich erst anschließend genauer öffentlich äußern. Die Piloten hätten noch 1,5 Sekunden vor dem Aufschlag ein Durchstartmanöver eingeleitet und die Triebwerkshebel auf vollen Schub gesetzt.

Filme des Absturzes zeigen das Flugzeug bei gutem Wetter mit ungewöhnlich steil aufgerichteter Nase beim sehr niedrigen Anflug auf die Landebahn 28L. Noch vor dem Erreichen der Piste scheint das Flugzeug mit dem Heck auf dem umgebenden Wasser aufzuschlagen. Nach dem Abbrechen des Hecks am Wellenbrecher vor der Landebahn springt der Rumpf hoch und dreht sich um etwa 360 Grad um die Hochachse, um dann aufrecht liegen zu bleiben. Beide Triebwerke rissen ab.

www.flugrevue.de/Sebastian Steinke


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