14.06.2016
aero.de

NeustartSo geht es bei Lufthansa mit der A320neo weiter

Ein halbes Jahr nach der ersten Auslieferung fliegen nur zwei Airbus A320neo in Lufthansa-Farben. Pratt & Whitney konnte die Probleme des neuen Getriebefan-Triebwerks nach eigenen Angaben lösen - Lufthansa, im Januar nachgerückter Erstbetreiber, rechnet jetzt mit weiteren Flugzeugen.

Airbus A320neo Lufthansa D-AINA Finkenwerder

D-AINA, der erste Airbus A320neo für Lufthansa, ist auch das weltweit erste Flugzeug dieser neuen Generation im Airline-Liniendienst. Foto und Copyright: Lufthansa  

 

"Lufthansa geht davon aus, dass die dritte A320neo mit dem bereits modifizierten Triebwerk ausgeliefert wird", sagte Konzernsprecherin Anja Lindenstein aero.de am Montag.

Ein Softwareupdate lässt die Triebwerke beim Start langsamer anlaufen und verringert falsche Fehlermeldungen an die Piloten. Nachgerüstete Dämpfungsmechanismen sollen verhindern, dass sich die Welle durch ungleichmäßige Abkühlung verzieht.

Bislang liegt die Anlassdauer des PW1100G-JM deutlich über üblichen Zeiten. Rund 350 Sekunden lang müssen die Triebwerke anlaufen, bis das Flugzeug rollen kann.

"Wir erwarten mit dieser Modifikation eine deutliche Verbesserung bei den Startzeiten des Triebwerks", sagte Lindenstein. "Insgesamt gehen wir weiterhin davon aus, in diesem Jahr fünf A320neo zu erhalten." Airbus habe Lufthansa allerdings noch keine Termine für weitere Flugzeuge mitgeteilt.

Die Triebwerke der ersten beiden Lufthansa A320neo D-AINA und D-AINB werden mit einem Retrofit auf den aktuellen Stand gebracht. Lufthansa will die Flotte dann auch öfter außerhalb Deutschlands einsetzen.

Derzeit absolvieren die A320neo ihre meisten Umläufe im Inland, um in Reichweite der Lufthansa Technik zu bleiben. "Die A320neo ist bereits einmal nach London-Heathrow und Paris-Charles de Gaulle geflogen", erklärte Lindenstein. Lufthans prüfe "verschiedene europäische Destinationen" für den verbrauchsarmen 180-Sitzer.

Die Lufthansa Group hat bei Airbus insgesamt 116 Flugzeuge der A320neo-Familie bestellt, 45 davon als größere A321neo-Version. Lufthansa äußert sich noch nicht dazu, wie viele Flugzeuge aus diesem Auftrag 2017 zur Flotte stoßen sollen.

Modellübergang zieht sich bis 2019

Airbus hatte im Juni erklärt, den Vorgänger A320ceo noch bis 2019 parallel zur A320neo weiter zu bauen. Der Modellübergang nehme mehr Zeit in Anspruch als geplant. Kunden mit 2017er Lieferterminen habe Airbus angeboten, von der A320neo auf die A320ceo umzusteigen, sagte Airbus-Chef Fabrice Brégier.

Ob auch Lufthansa das Angebot, 2017 statt A320neo neue A320ceo zu nehmen, unterbreitet wurde, ließ die Airline offen.



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