21.09.2011
FLUG REVUE

Sparprogramm bei airberlin

Deutschlands zweitgrößte Fluggesellschaft will ihr Ergebnis um 200 Millionen Euro verbessern und die Produktivität erhöhen. Dazu wird der Flottenbestand um zehn Prozent gekürzt, während die Flugleistung nur um vier Prozent zurückgefahren wird.<br />

 

Der Vorstand von airberlin habe unter dem Namen "Shape & Size" ein Programm zur Steigerung der Effizienz und der Produktivität des Unternehmens gestartet, teilte airberlin am Mittwoch mit. Kern des Programms sei die Verbesserung der Prozesse und die Optimierung der gesamten Unternehmensorganisation.

In mehr als 30 eingesetzten Arbeitsgruppen hätten Führungskräfte unter Leitung des Vorstands Potenziale identifiziert, die Profitabilität und Wettbewerbsfähigkeit herstellen bzw. sichern sollten. Schwerpunkte lägen in der Ablauforganisation, beim Vertrieb, der Kostenreduktion, der Streckenführung und der Wartung.

Ein maßgeblicher Beitrag solle durch Optimierung der Netz- und Flottenstruktur erreicht werden. airberlin plane, die Flotte von derzeit 170 Flugzeugen auf 152 im Sommer 2012 zu reduzieren. Dies entspreche einem Abbau um zehn Prozent. Die Flugleistung solle dagegen nur um vier Prozent sinken und dadurch die Produktivität pro verbleibendem Flugzeug um gut 200 Stunden pro Jahr erhöhen. „Shape & Size“ ziele auf eine Ergebnisverbesserung von insgesamt rund 200 Millionen Euro. 

Hartmut Mehdorn: „Wir bewegen uns derzeit in einem turbulenten Umfeld, sowohl hinsichtlich des Wettbewerbs als auch konjunkturell. Um die Zukunft des Unternehmens langfristig sicherzustellen und airberlin zu alter Stärke zurückzuführen, werden wir in den kommenden Monaten ausnahmslos alle Bereiche des Unternehmens auf den Prüfstand stellen. Dabei werden wir weder am Kunden noch am Service oder an der Sicherheit sparen.“ Es gebe, so der airberlin CEO, auch nach intensiver Überprüfung der Unternehmensstrategie keinen Grund, das bisherige Geschäftsmodell zu verändern. airberlin stehe für Tourismus und Linienverkehr, werde den Ausbau der vier Hubs Berlin, Düsseldorf, Palma de Mallorca und Wien weiter vorantreiben sowie der Luftfahrtallianz oneworld im Frühjahr nächsten Jahres beitreten, so Mehdorn.

Das Unternehmen beschäftigt 8900 Mitarbeiter und bedient 163 Destinationen in 39 Staaten. Im Jahr 2010 wurden 33,6 Millionen Passagiere befördert. Die Vollmitgliedschaft im Luftfahrtbündnis oneworld ist für Anfang 2012 vorgesehen. airberlin bietet bereits Flüge unter gemeinsamer Flugnummer mit den oneworld-Mitgliedern American Airlines, British Airways, Finnair, Iberia und S7 an.

 

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www.flugrevue.de/Sebastian Steinke


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