23.08.2013
aero.de

Swiss erhält staatliche Zuschüsse für Pilotenausbildung

Der Schweizer Staat will 30 Millionen Franken (rd. 24,5 Millionen Euro) in die Ausbildung von Fluglotsen und Piloten stecken, um mehr Nachwuchs für diese Berufsgruppen im eigenen Land zu gewinnen.

Gerade der Pilotenberuf hat in der Schweiz - wegen trüber Gehaltsaussichten - in den vergangenen Jahren an Attraktivität verloren. Von den Zuschüssen soll auch die Lufthansa-Tochter Swiss profitieren. In der Schweiz sorgt das für Unverständnis.

Gerade erst hat Swiss mit einem auf 63 Millionen Euro gestiegenen Gewinn das beste Halbjahresergebnis aller Lufthansa-Airlines vorgelegt. Passagierzahlen und Auslastung zeigen bei Swiss nach oben. Von den Sparzielen des Konzerns sind die Schweizer deswegen aber nicht befreit. Das spüren auch die Piloten.

Bei den Tochtergesellschaften Austrian Airlines und Brussels Airlines konnte Lufthansa die Pilotengehälter zuletzt um bis zu 30 Prozent drücken. Swiss soll offenbar nachziehen.

"Das, was wir im laufenden Gesamtarbeitsvertrag auf einer Ergebnisbasis von 2010 versprochen haben, ist überholt", zitierte die "Schweiz am Sonntag" Swiss-Chef Harry Hohmeister im Mai. Man hoffe auf eine Einigung mit den Piloten. "Aber wir prüfen natürlich auch andere Optionen, wie zum Beispiel die Kooperation mit Piloten-Vermittlungsfirmen."

Fremdbereederungen bei Swiss? Kein Wunder, dass es der Airline mit solchen Drohungen schwer fällt, junge Schweizer für eine Bewerbung zu begeistern.

Nach Angaben des Schweizer Pilotenverbands Aeropers geht nur noch die Hälfte der Bewerbungen für die fliegerische Ab-Initio-Ausbildung der Swiss aus dem eigenen Land ein. Jeder zehnte Swiss-Pilot komme inzwischen aus Deutschland.

Entsprechend wenig Verständnis bringen die Schweizer für die Pläne ihrer Regierung auf, mit Steuergeld die Pilotenausbildung bei Swiss zu unterstützen. Swiss sei ein privates Unternehmen, das seine Gewinne nach Deutschland abführe, heißt es in Kommentaren. Die Airline solle daher nicht mit Schweizer Steuergeld begünstigt werden.

Mehr Infos zu:
Mehr zum Thema:
aero.de / Dennis Dahlenburg


Weitere interessante Inhalte
Bombardier CSeries bei Swiss im Einsatz

06.11.2017 - Wie bewährt sich Bombardiers neue CSeries? Nach gut einem Jahr im Liniendienst und fast 25 000 Flugstunden haben wir die Piloten im Cockpit des neuen Zweistrahlers bei dessen größtem Betreiber, Swiss, … weiter

Airlines des Lufthansa-Konzerns Neue Ziele im Winterflugplan

10.10.2017 - Lufthansa stationiert erstmals seit 2001 wieder ein Langstreckenflugzeug in Berlin und auch Eurowings baut ihr Interkontinentalangebot weiter aus. … weiter

Swiss Gesamtes Kabinenpersonal bekommt Tablets

19.09.2017 - Die Schweizer Fluggesellschaft Swiss stattet alle Flugbegleiter mit persönlichen Tablet-Computern aus. … weiter

Avro RJ100 Swiss stellt letzten Jumbolino außer Dienst

16.08.2017 - Die Schweizer Airline hat am Dienstag ihre letzte Avro RJ100 aus dem Flugbetrieb verabschiedet. … weiter

Neuer Zweistrahler ist steilanflugtauglich CSeries von Swiss im Linieneinsatz nach London City

09.08.2017 - Die Bombardier CSeries CS100 von Swiss hat am Dienstag ihren Liniendienst zum wegen seiner steilen Anflüge über die Hochhäuser des Finanzviertels besonders herausfordernden Flughafen London City … weiter


FLUG REVUE 01/2018

FLUG REVUE
01/2018
11.12.2017

Abonnements
Digitalabo
E-Paper
Heft-Archiv
Einzelheft bestellen


- 100. Airbus A380 für Emirates
- Airbus-Hoffnung China
- Auftragsfeuerwerk Dubai Air Show
- Tornado-Training
- F-35 für die Luftwaffe?
- Adaptive Tragflächen
- Vorausschauende Instandhaltung
- Mehrwegraketen