24.10.2017
FLUG REVUE

Müssen Airline-Piloten zur Air Force zurück? Trump erlaubt, Air Force-Piloten zurückzurufen

US-Präsident Donald Trump hat am Freitag ein Dekret erlassen, das der US Air Force die Freigabe erteilt, 1000 frühere Piloten in den aktiven Dienst zurückzurufen. Die mittlerweile oft bei Airlines beschäftigten Piloten sollen die Pilotenknappheit beim US-Militär lindern.

Boeing KC-135 Cockpit mit Piloten USAF

Bis zu 1000 ausgeschiedene Piloten der US Air Force müssen sich auf einen Rückruf in den aktiven Dienst gefasst machen. Ein entsprechendes Dekret unterzeichnete Präsident Trump. Foto und Copyright: USAF  

 

Der Präsident erteilte den Streitkräften am Freitag die Freigabe, bis zu 1000 frühere US-Militärpiloten zum Militärdienst zurückzurufen. Die Vollmacht beruht auf den nach dem 11. September 2001 erlassenen Dringlichkeitsregelungen. Betroffen sind hiervon vollständig ausgeschiedene, "pensionierte" Militärpiloten und nicht etwa Reservisten, die sich fest vereinbart über mehrere Jahre in Rufbereitschaft halten müssen.

Die US Air Force beklagte für 2016 einen Pilotenmangel von rechnerisch 1544 Stellen. In den nächsten vier Jahren scheiden dort weitere 1600 Piloten aus. Frühere Militärpiloten wechseln in den USA typischerweise zu zivilen Airlines, weshalb ein Rückruf in den aktiven Dienst auch bei den zivilen Airlines größere Lücken reißen würde. Dort herrscht ebenfalls Pilotenmangel. Noch hat die US Air Force von der neuen Vollmacht keinen Gebrauch gemacht.

Seit Mai 2016 untersucht eine gemeinsame Arbeitsgruppe der US Air Force, von American Airlines, United Air Lines, der Luftfahrtuniversität Embry Riddle und der Rand Corporation, wie man wieder mehr Bewerber für den zivilen und militärischen Pilotenberuf gewinnen könnte. Dazu gehören eine bessere Bedarfsabschätzung, Hilfen bei der Finanzierung der teuren Ausbildung, militärische Flugkarrieren, die von zusätzlichen Verwaltungsaufgaben entlastet werden und die mit besser planbaren Aufstiegschancen verknüpft werden und neue Karrierewege für Piloten-Reservisten.

UPDATE 25. Oktober
Die US Air Force hat mittlerweile erläutert, dass sie nicht beabsichtige, Piloten unfreiwillig zurückzurufen. Zwar sei die sogenannte "Executive Order"-Anweisung des Präsidenten sprachlich in diesem Sinne abgefasst, inhaltlich gehe es aber darum, die Air Force zu ermächtigen, mehr als die vorher zugelassenen 25 Piloten als Rückkehrer zum aktiven Dienst zuzulassen. Man wolle künftig mehr, ausschließlich freiwillige, Rückkehrer, vor allem für Stabspositionen gewinnen, die eine fliegerische Vorbildung erfordern. Man rechne mit unter 200 Stellen, die mit freiwilligen Bewerbern besetzt werden könnten. Dadurch könne die USAF ihre auf diesen Posten vorher eingesetzten Piloten in den aktiven Flugdienst zurückholen, vor allem als Fluglehrer.



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