06.10.2015
FLUG REVUE

Gewerkschafter stürmen SitzungTumult um Sparpläne bei Air France

Am Montag haben Gewerkschafter den Abbruch einer Sitzung bei Air France erzwungen, bei der die Geschäftsleitung ihre Sparpläne für das defizitäre Unternehmen den Arbeitnehmervertretern präsentieren wollte.

Airbus A340-300 Air France am Flughafen CDG

Die A340-Flotte von Air France könnte im Rahmen der jetzt erörterten Sparmaßnahmen vorzeitig ausgemustert werden. Foto und Copyright: Air France  

 

Nach Air-France-Angaben stürmten "gewaltbereite Einzelpersonen" etwa eine Stunde nach dem Beginn eine Sitzung im Pariser Air-France-Hauptquartier, auf der die Unternehmensführung Gewerkschaftsvertretern ein verschärftes Sparprogramm vorgestellt hatte. Während Frédéric Gagey, Air-France-Chairman und Chief Executive Officer der Airline, die Sitzung bereits wieder verlassen hatte, konnten Personalchef Xavier Broseta und der Direktor für den Standort Paris-Orly, Pierre Plissonier, nur unter Polizeischutz die aufgebrachte Menschenmenge der Demonstranten verlassen. Beiden wurde die Garderobe zerrissen. Sie mussten über einen Zaun vom Gelände klettern.

Der Reformplan "2020" sieht unter anderem vor, dass Air France-KLM ihre Langstrecken bis 2017 um etwa zehn Prozent ausdünnt. Dies beträfe fünf Ziele und 35 wöchentliche Frequenzen. Statt eines zuvor geplanten Kapazitätszuwaches um drei Prozent würde dies eine Reduzierung um etwa zwei Prozent bedeuten. Die Flotte soll um 14 Flugzeuge schrumpfen, dafür sollen vorhandene Airbus A340-300 beschleunigt ausgemustert und nicht mehr durch schon bestellte Boeing 787 ersetzt werden. Damit entfielen Stellen für 300 Piloten, 900 Flugbegleiter und 1700 Mitarbeiter beim Bodenpersonal, die durch freiwilliges Ausscheiden abgebaut werden sollen.

AF-KLM-Konzernchef Alexandre de Juniac sagte, er bedauere, dass keine Einigung mit den Gewerkschaften des fliegenden Personals erreicht worden sei. Eine finanzielle Trendwende sei nur mit der Hilfe aller Beschäftigtengruppen möglich. Man bleibe verhandlungsbereit und entschlossen, die Reformen umzusetzen, um langfristig wieder Wachstum finanzieren zu können.

Mehr Infos zu:
Mehr zum Thema:
www.flugrevue.de/Sebastian Steinke


Weitere interessante Inhalte
Nach A380-Triebwerksschaden FAA fordert Betreiber zur Inspektion ihrer GP7200 auf

13.10.2017 - Nach dem schweren Triebwerksschaden an einer Air-France-A380 Ende September weist die US-Luftfahrtbehörde Betreiber an, ihre Triebwerke der GP7200-Serie genau unter die Lupe zu nehmen. … weiter

Jumbo-Jet-Kunden Top 10: Airlines mit der größten Boeing 747-Flotte

12.10.2017 - Viele Jahrzehnte war die Boeing 747 das größte Passagierflugzeug der Welt. Fast jede internationale Airline auf der Welt setzte auf den Jumbo Jet aus Seattle. Wer kaufte die meisten Exemplare der … weiter

Billigtochter von Air France Joon fliegt ab Dezember

26.09.2017 - Neue Konkurrenz aus Frankreich: Air France geht Ende des Jahres mit ihrer Billigmarke Joon an den Markt, zunächst mit Europaflügen, später auch mit Langstreckenverbindungen. … weiter

Bestseller-Twin Top 10: Die größten Kunden der Boeing 777

21.08.2017 - Als Ergänzung zur 747 plante Boeing die 777, die sich schon bald zum Verkaufsschlager entwickelte. Wer die meisten Exemplare der „Triple Seven“ in Empfang genommen hat sagt unsere Top 10. … weiter

Langstrecken-Niedrigpreisprojekt Air France: Einigung mit Piloten über "Boost"

17.07.2017 - Nach dreijährigem Tauziehen haben sich die französische Pilotengewerkschaft SNPL und Air France über die Gründung einer neuen Niedrigpreis-Langstreckentochter bei Air France geeinigt. Das Projekt … weiter


  • Hersteller

    Lade...

  • Typ

    Bitte Hersteller auswählen!

FLUG REVUE 11/2017

FLUG REVUE
11/2017
09.10.2017

Abonnements
Digitalabo
E-Paper
Heft-Archiv
Einzelheft bestellen


- US-Firma Boom: Nachfolger der Concorde?
- Verhandlungen: Das Ende von airberlin
- Swiss: C Series im Liniendienst
- RAF & USAF: „Red Air“ mit zivilen Jets
- X-37B: Geheimer Raumgleiter der USAF