17.02.2014
aero.de

EU AOC für NorwegianCockpit: Sozialdumping und Sicherheitsrisiko

Norwegian hat seit letzter Woche ihre Betriebsgenehmigung (AOC) aus Irland in der Tasche. Der Günstigflieger will sich umgehend für neue Langstrecken aus der EU in die Vereinigten Staaten und nach Asien bewerben. Bei der Vereinigung Cockpit (VC) spricht man von einem "schädlichen Präzedenzfall".

Boeing 787-8 Norwegian Air Shuttle

Boeing 787-8 von Norwegian. Foto und Copyright: Norwegian  

 

"Der Hauptgrund für die Beantragung eines irischen AOC, ist die die Sicherung von Verkehrsrechten von und in die EU", gibt Norwegian unumwunden zu. Eine erste Boeing 787 sei bereits am Mittwoch unter das neue AOC gestellt worden.

Irland ermögliche es Luftfahrtunternehmen, "die niedrigsten Standards verschiedener Länder zu kombinieren", kritisiert Cockpit. Norwegian sei dabei "ein Bilderbuchbeispiel für das Ausflaggen", um Sozialstandards zu umgehen. Piloten würden mit Zeitverträgen in Singapur eingestellt und in Bangkok stationiert, obwohl sie defacto in Europa leben.

Unter Nutzung des irischen AOC werde Norwegian Langstreckenflüge als irische Fluggesellschaft durchführen, laut Cockpit "ohne je irischen Boden zu berühren, dabei aber trotzdem von den irischen Steuergesetzen profitieren".

"Wir haben größte Bedenken, dass die irischen Behörden eine angemessene Aufsicht über die Sicherheit des Unternehmens gewährleisten können", sagte VC-Sprecher Jörg Handwerg. Die Firmenkonstruktion erinnere an einen fatalen Unfall in Cork, bei dem eine ähnliche Konstruktion zum Unfall beigetragen habe.

Der Pilotenbund forderte die EU Kommission auf, "solche Praktiken zu unterbinden". Das amerikanische Transportministerium solle Norwegian eine Genehmigung für Flüge in die USA zu verweigern.

Norwegian hat die Angriffe von Pilotengewerkschaft auf ihr Geschäftsmodell in der Vergangenheit stets zurückgewiesen.

aero.de / Dennis Dahlenburg


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