26.10.2015
aero.de

LufthansaVier Airlines helfen neuer Eurowings in die Luft

Europa-Passagiere der Lufthansa sehen vorerst doppelt. Bis Dezember empfangen sie die Schriftzüge von "Germanwings" und "Eurowings" an den Schaltern. Komplexer als der Markenübergang ist die flugbetriebliche Struktur der neuen Eurowings, mit der Lufthansa gegen Ryanair und Easyjet antritt.

Tatsächlich löste Eurowings ihre Vorgängerin Germanwings im dezentralen Kontverkehr schon am Sonntag ab.

Eurowings übernehme am 25. Oktober "die alleinige kommerzielle Verantwortung für Flüge, die vorher unter die kommerzielle Verantwortung der Germanwings fielen", erklärt Lufthansa in einer internen Präsentation, die aero.de vorliegt. Vertragsparter der Passagiere sei nun die Eurowings GmbH.

Die KTV-gebundene Plattform Germanwings flog Lufthansa-Chef Carsten Spohr zu teuer, um in ihr eine langfristige Punkt-zu-Punkt-Strategie für Europa und die Welt zu realisieren. Eurowings soll ihre Flüge günstiger produzieren, ist aber erstmal auf ebenso geballte wie komplexe ACMI-Schützenhilfe angewiesen.

Gleich vier Airlines stellen für die neue Eurowings anfänglich Gerät und Crews:
SunExpress Deutschland und TUIfly fliegen im traditionellen Wet Lease Langstrecken unter dem Eurowings-Code "EW". Im Fall von TUIfly ist es eine Boeing 767-300ER, die für Eurowings durch den Winter reist. SunExpress Deutschland betreibt die neue Airbus A330-200-Flotte.

Germanwings und Austrian stellen die flugbetriebliche Basis für den Kontverkehr. Aus tarifvertraglichen Gründen startet Germanwings dabei auch weiterhin in eigenen Farben und unter ihrem Code "4U". Austrian führt für Eurowings gleich von Beginn an "EW"-Flüge durch.

Ab 01. November "ist 4U Wet Lease Operator der EW", erklären die Folien. "Alle Verkehrserlöse werden von 4U zu EW transferiert."

Die 23 im bisherigen Eurowings-Flugbetrieb eingesetzen CRJ900 sollen bis März 2017 durch A320 ersetzt sein. Die A320-Flotte meldet Lufthansa bei der Eurowings Europe GmbH in Österreich an, die als neuer Operator im März und April 2016 ihre ersten zwei Flugzeuge für Eurowings aus Wien betreiben wird.

Im Takt von einem Flugzeug pro Monat will Lufthansa die Flotte von Eurowings Europe wachsen lassen und zeitgleich Germanwings-Einsätze zurückfahren.

Die Vertragsbedingungen für Cockpit und Kabine gibt bei Eurowings Europe der Konzern vor - klassisches "Ausflaggen", nannte die Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit das Vorgehen.

Erste Offiziere heuert Eurowings Europe zu einem Jahresgrundgehalt von 30.000,- Euro plus einer festen Sektorvorauszahlung von 14.050,- Euro an. Das Gehalt für Flugbegleiter im ersten bis fünften Dienstjahr deckelt Eurowings Europe auf 24.400,- Euro einschließlich aller Zulagen.

Lufthansa sieht in der neuen Eurowings eine "Weiterentwicklung des erfolgreichen Germanwings-Konzepts". Eurowings werde auch "durch die Einbindung mehrerer Flugbetriebe unter einem zentralen Vetrieb", die am schnellsten wachsende Airline innerhalb der Lufthansa-Gruppe sein.

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aero.de/Dennis Dahlenburg


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