22.01.2018
aero.de

InsolvenzWizz Air wird als neuer Interessent für Alitalia gehandelt

Lufthansa hat in den Übernahmeverhandlungen mit Alitalia möglicherweise den komfortablen Status als Bieter mit den größten Erfolgschancen verloren. Medienberichten zufolge hat nun auch der ungarische Billigflieger Wizz Air Interesse an der insolventen italienischen Fluglinie angedeutet.

Airbus A320 Wizz Air

Ein Airbus A320 von Wizz Air. Foto und Copyright: Wizz Air  

 

Wie einige italienische Medien berichten, haben die Insolvenzverwalter der Alitalia alle zweiunddreißig Bieter erneut angeschrieben, die im Juni 2017 ihr Interesse an einer Übernahme der Alitalia signalisiert hatten.

Nachdem Lufthansa vor den Weihnachtsfeiertagennoch als Favorit für eine Übernahme galt, scheinen die Verhandlungspartner im neuen Jahr bei der entscheidenden Frage der zu übernehmenden Mitarbeiter nicht weitergekommen zu sein.

"Bevor die Lufthansa Alitalia kauft, muss sie von Grund auf umstrukturiert werden", zitiert die italienische Finanzzeitung "ilsole24ore" aus einem Brief, den Carsten Spohr an den italienischen Minister für Wirtschaftliche Entwicklung, Carlo Calenda geschickt haben soll.

Ähnlich äußert sich die Lufthansa in ihrem aktuellen Politikbrief: "Voraussetzung (für einen Kauf der Alitalia, Red.) ist jedoch eine grundlegende Sanierung der italienischen Fluggesellschaft durch ihre jetzigen Eigner. Nur wenn dies zuvor umgesetzt wurde, kann eine erneuerte Alitalia wieder Perspektiven entwickeln."

Im Zuge des erneuten Anlaufs der italienischen Insolvenzverwalter haben sich in den Medien einige neue Szenarien aufgetan, die bisher jedoch von keinem der Beteiligten bestätigt wurden.

Leichtes Einnahmeplus

Demnach findet sich nun auch der ungarische Billigflieger Wizz Air unter den Interessenten und hat Einsicht in die Geschäftszahlen von Alitalia erbeten. Wizz Air selbst möchte eine entsprechende Anfrage von aero.de nicht kommentieren.

Eine Woche zuvor flammten bereits Gerüchte auf, dass auch Delta Air Lines und Air France-KLM über einen Einstieg bei Alitalia nachdenken.

EasyJet bestätigte gegenüber aero.de, dass das Unternehmen nach wie vor im Rennen ist, wollte jedoch keine Einzelheiten preisgeben.

Die Insolvenzverwalter betonten erneut, dass sie den Regierungskredit über 900 Millionen Euro bisher nicht substantiell angetastet haben. Wie "corriere.it" berichtet, erwarten sie, dass Alitalia im ersten Quartal 2018 ihre Einnahmen um bis zu drei Prozent steigern kann.

Im März 2018 stehen in Italien Wahlen an. Für die Regierung dürfte es von Vorteil sein, wenn sie die Lösung des emotional besetzten Alitalia-Problems in die nächste Legislaturperiode verschieben könnte.

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