06.12.2018
FLUG REVUE

Doppelter Schlechtwetterbetrieb mit SatellitenpräzisionDFS ermöglicht parallele GLS-Anflüge in Frankfurt

Seit Donnerstag sind in Frankfurt am Main parallele Satelliten-Landeanflüge möglich. Die Deutsche Flugsicherung GmbH (DFS) hat dazu die nötigen Voraussetzungen geschaffen. Für allerhöchste Anfluggenauigkeit sorgt dabei eine Referenzstation am Boden, ein sogenanntes GLS, die nun auch bei Parallelbetrieb genutzt werden darf.

Flughafen Frankfurt von oben

Das Drehkreuz Frankfurt darf ab sofort auch bei schlechtestem Wetter parallel mit GLS-Hilfe angeflogen werden. Foto und Copyright: Fraport  

 

GPS-Präzisionsanflüge gibt es am Rhein-Main-Airport bereits seit September 2014. Die DFS und Flughafenbetreiber Fraport hatten dafür die Bodenstation eines Ground Based Augmentation System beschafft. Sie steht zusätzlich zum konventionellen Instrumenten-Landesystem ILS zur Verfügung. Bisher durfte das satellitengestützte Präzisionsanflugsystem aber nicht für Parallelanflüge genutzt werden. Deshalb mussten die Flugzeuge mit einem zeitlichen Abstand versetzt auf die beiden Bahnen anfliegen.

Das ist seit dem 6. Dezember anders. Die unabhängigen, parallelen Anflüge erfolgen jeweils auf der Südbahn und der Landebahn-Nordwest, sowohl für Landungen aus Westen als auch aus Osten. Kombiniert werden können alternativ auch die Centerbahn und die Landebahn-Nordwest in beiden Anflugrichtungen. Den Weg freigemacht zu den GLS-Parallelanflügen hatte die Internationale Zivilluftfahrtorganisation ICAO seit November mit neuen ICAO-Bestimmungen, an denen die DFS mitgewirkt hatte. 

„Damit bieten wir den Airlines eine flexible Auswahlmöglichkeit zwischen den beiden Präzisionsanflugverfahren GLS und ILS und somit einen noch besseren, kundenorientierten Service“, sagt der zuständige DFS-Bereichsleiter Andre Biestmann. GLS-Anflüge haben beispielsweise den Vorteil, dass die Piloten nahtlos von der Streckennavigation in die Anflugnavigation übergehen können, während sie für den ILS-Anflug die Navigationssensoren wechseln müssen. GLS-Anflüge sind für die Flugzeugführer, laut DFS, die praktischere Methode.

Der Flughafen Frankfurt ist nun der erste Hub-Flughafen in Europa, an dem GLS Präzisionsanflüge im unabhängigen Parallelanflugbetrieb genutzt werden können. „Dies wird die Akzeptanz und die Nutzungsrate von satellitengestützten Anflügen am Flughafen Frankfurt merklich erhöhen“, erwartet Biestmann. Die GLS-Anflüge sollen mit einem etwas steileren Anflugwinkel von 3,2 Grad zur Lärmminderung beitragen. Mittelfristig ist vorgesehen, die Anflüge in noch größerer Höhe beginnen zu lassen.

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www.flugrevue.de/Sebastian Steinke


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