28.05.2018
FLUG REVUE

Starkes Passagierwachstum führte zu StausFrankfurt erweitert Sicherheitsschleusen

Deutschlands größter Drehkreuzflughafen, der Frankfurter Rhein-Main-Flughafen, baut seine Sicherheitsschleusen aus. Die erste Erweiterungsstufe geht noch Ende Mai in Betrieb.

Flughafen Frankfurt Fluggast-Gepäckkontrolle

Mehr Sicherheitsspuren sollen den stark angewachsenen Passagierandrang in Frankfurt schneller bewältigen. Archivbild und Copyright: Fraport  

 

Angesichts des starken Passagierwachstums und der teilweise langen Wartezeiten investiere Fraport in den Terminals in den Bau zusätzlicher Sicherheitskontrollen, teilte der Flughafenbetreiber am Montag mit. Die ersten zusätzlichen Sicherheitsspuren für die Passagierkontrollen im Terminal 1 würden noch Ende Mai in Betrieb genommen. Im ersten Quartal 2019 kämen noch "bis zu zehn" weitere Spuren, ebenfalls im Terminal 1, hinzu.
Im Terminal 2 würden bis Juni im Non-Schengen-Bereich vier dezentrale Kontrollen erweitert und bis Herbst zwei zusätzliche Kontrollspuren im Schengen-Bereich geschaffen.

„Das Passagierwachstum am Flughafen Frankfurt ist viel stärker als von allen Beteiligten, auch den Airlines, vorhergesehen", sagte Fraport-Vorstandschef Stefan Schulte. "Solange das zuständige Bundesinnenministerium die Prozessabläufe an den Kontrollstellen nicht effizienter und schneller gestaltet, können wir nur zusätzliche Kontrolllinien schaffen. Und die Sicherheitsdienstleister können maximal mehr Sicherheitspersonal schulen und einstellen. Im Ausland ist das oft besser organisiert. Das zeigt sich auch eindeutig im internationalen Vergleich. Hohe bauaufsichts- und brandschutzrechtliche Anforderungen in Deutschland stellen uns darüber hinaus aktuell vor große Herausforderungen“, sagte der Flughafenchef.

Im Jahr 2016 gab es insgesamt 37 Tage mit mehr als 200.000 Fluggästen. 2017 waren es bereits 97 Tage und für 2018 wurden 138 Tage prognostiziert. „Mittlerweile gehen wir von etwa 170 Tagen mit mehr als 200.000 Passagieren in diesem Jahr aus. Das zeigt das steile Wachstum in Frankfurt. Wir können allerdings unsere vorhandene bauliche Infrastruktur nicht so schnell anpassen, wie wir uns das selbst wünschen. Das bedauern wir und entschuldigen uns für die daraus entstehenden Unannehmlichkeiten. Wir tun aber alles in unserer Macht stehende, um diese Einschränkungen für unsere Kunden und Passagiere so gering wie möglich zu halten.“

Deshalb arbeite Fraport intensiv daran, zusätzliche Spuren für die Sicherheitskontrollen einzurichten. Dazu gehört auch der Bau einer Leichtbauhalle für die neuen Spuren vor dem Terminal 1 im westlichen Bereich. Derzeit befinden sich dort Kurzzeitparkplätze. Neben den baulichen Maßnahmen rede man mit der Bundespolizei und den Airlines, um die aktuellen Auswirkungen auf Service, Abläufe und Aufenthaltsqualität zu minimieren.

Darüber hinaus fänden Gespräche zwischen Fraport, Bundesinnenministerium, Bundespolizei, Airlines und weiteren Flughäfen in Berlin statt. Ziel sei es, die Prozesse an den Sicherheitskontrollen flexibler, schneller und damit kundenfreundlicher zu gestalten und die Verantwortlichkeiten möglichst neu zu regeln. „ Entscheidend sind jetzt aber auch zeitnahe politische Entscheidungen. Dabei hat die Sicherheit unserer Kunden und Passagiere für uns alle aber immer oberste Priorität“, versicherte Schulte.

Langfristig erweitert Fraport mit dem Bau des Flugsteigs G und Terminal 3 den Flughafen an der Südseite. Mit dem Flugsteig G steht eine zusätzliche Kapazität von vier bis fünf Millionen Passagieren jährlich zur Verfügung. Die Flugsteige H und J mit dem Hauptgebäude des Terminals 3 werden dann ab dem Jahr 2023 die Terminalkapazität um weitere 14 Millionen Passagiere pro Jahr erhöhen. „Das anhaltend hohe Passagierwachstum steht für die Attraktivität des internationalen Hubs Frankfurt. Mit der Erweiterung der Terminalkapazitäten im Süden des Flughafens sorgen wir dafür, dass die Zukunftsfähigkeit des Flughafens auch für kommende Generationen gesichert ist. Frankfurt ist und bleibt wichtigstes internationales Drehkreuz für die deutsche Exportwirtschaft“, so Schulte abschließend.

www.flugrevue.de/Sebastian Steinke


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