13.10.2017
FLUG REVUE

Zusammenarbeit von DFS und LVNL Grenzüberschreitende Erneuerung von ILS-Anlagen

Die Flugsicherungen aus Deutschland (DFS) und den Niederlanden (LVNL) werden Instrumentenlandesysteme (ILS) künftig gemeinsam beschaffen. Eine entsprechende Vereinbarung erstreckt sich über 13 Jahre. Bis 2030 werden durch die beiden Behörden zweistellige Millionenbeträge in die Erneuerung der ILS-Infrastruktur investiert.

ILS am Flughafen München

Das Instrumentenlandesystem (ILS) der Deutschen Flugsicherung (DFS), hier auf dem Flughafen München (Archivbild). Künftig werden die deutsche und niederländische Flugsicherung ihre Instrumentenlandesysteme gemeinsam beschaffen.
Foto und Copyright: DFS  

 

Insgesamt geht es um die Erneuerung der ILS-Anlagen an elf deutschen und vier niederländischen Flughäfen sowie um drei Test- und Trainingssysteme. Durch die gemeinsame Beschaffung erhalten die deutsche und die niederländische Flugsicherung beim Einkauf dieser Systeme deutlich günstigere Konditionen. 

Ein Instrumentenlandesystem ist ein am Flughafen installiertes, bodengestütztes System. Es leitet Piloten beim Landeanflug zum Ziel, so dass diese die Landebahn nahezu bei jeder Sicht ansteuern können. Die DFS betreibt an den 16 internationalen Flughäfen insgesamt rund 50 Instrumentenlandesysteme, bei der LVNL sind es insgesamt zehn. Da die maximale Lebensdauer eines ILS-Systems bei ca. 20 Jahren liegt, müssen die beiden Behörden im Schnitt drei solcher Anlagen pro Jahr erneuern. In ihrer Vereinbarung haben die Flugsicherungen beider Länder erstmals gemeinsame technische Anforderungen an die ILS-Anlagen definiert. Sie werden von dem französischen Luftfahrt- und Technologiekonzern Thales geliefert, der die Ausschreibung für sich entscheiden konnte.


Die ersten ILS-Anlagen vom Typ Thales ILS 420 werden noch in diesem Jahr geliefert. Eine Anlage wird als Schulungssystem auf dem Fliegerhorst Kaufbeuren aufgebaut und dort für das Training von DFS-Technikern genutzt. Eine zweite Anlage installiert die Deutsche Flugsicherung als Referenzsystem. Auf dem DFS-Campus in Langen werden Referenzsysteme von allen flugsicherungstechnischen Anlagen vorgehalten, um zum Bespiel Ersatzteile nach der Reparatur testen zu können. Die ersten operativ eingesetzten ILS-Anlagen werden 2018 an die Flughäfen Hamburg, Nürnberg, Hannover und Amsterdam-Schiphol ausgeliefert.

Mehr zum Thema:
www.flugrevue.de/Astrid Kuzia



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