05.02.2018
FLUG REVUE

Neue Untersuchung über Infektionsquellen auf FlugreisenHohe Keimbelastung am Check-in-Automaten

Die berührungsempfindlichen Bildschirme an Check-in-Automaten auf Flughäfen sind die mit Abstand am meisten mit Keimen belasteten Gegenstände, die Flugpassagiere auf einer Reise berühren. Dies ermittelte eine neue US-Untersuchung.

Check-In-Kiosk am Flughafen Chicago

Berührungsempfindliche Bildschirme von Check-in-Automaten wurden bei einer US-Untersuchung als besonders keimbelastet ermittelt. Die manuelle Abfertigung, hier bei United, vermindere dagegen das Ansteckungsrisiko, so die Untersuchung. Archivbild und Copyright: United Airlines  

 

Die Untersuchung der Webseite "Insurance Quotes" wurde in der vergangenen Weihnachtssaison bei 18 Tests von sechs typischen Oberflächen auf Flughäfen und in Flugzeugen durchgeführt. Bei den jeweils dreimaligen Wischtests wurden die "Colony Forming Units" (CFU) gezählt, auf deutsch "Koloniebildende Einheiten", welche die durchschnittlich gemessene Menge der Mikroorganismen beschreiben. Zum Vergleich: Im privaten Haushalt liegen die üblichen Durchschnittswerte bei einer Küchenspüle bei 21.000 CFU, bei einer Badezimmer-Türklinke bei 203 CFU und bei einer Toilettenbrille bei 172 CFU.

An Bord der Flugzeuge wurden 1116 CFU auf der Schnalle des Anschnallgurtes gemessen. Auf den Klapptischen am Sitz brachte der Wischtest 11.595 CFU. Der Spülknopf auf der Bordtoilette kam sogar auf 95.145 CFU. Auch am Boden, in den Flughafenterminals, wurden erhebliche Keimbelastungen ermittelt. Der Druckknopf eines Trinkbrunnens war mit 19.181 CFU belastet, die Armlehne einer Sitzbank am Gate mit 21.630 CFU und "als Rekordhalter" der Bildschirm eines Selbstbedienungskiosks mit 253.857 CFU. Ein einzelner der für die Untersuchung getesteten Bildschirme war sogar mit über einer Million CFU belastet.

Laut "Insurance Quotes" ist die Reinigung oder Sauberkeitsprüfung von Flugzeugkabinen FAA-seitig nicht reguliert und wird auch nicht überwacht. Viele Airlines reinigten die Kabinen aus Zeitmangel zwischen den Flügen nicht oder verwendeten zu schwache Reinigungsmittel. Die amerikanische Webseite empfiehlt den Passagieren als Ergebnis ihrer Untersuchung das Mitführen von Desinfektionsmitteln und -für eine Versicherung wenig überraschend- den Abschluss einer Reise-Krankenversicherung.

Mehr zum Thema:
www.flugrevue.de/Sebastian Steinke


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