17.12.2015
FLUG REVUE

Testflüge über der Landebahn NordwestLufthansa, Fraport und DFS testen Kameradrohne in Frankfurt

In einem gemeinsamen Technologietest mit einer funkferngesteuerten Kameradrohne haben die Lufthansa Aerial Services (LAS), Fraport AG und Deutsche Flugsicherung GmbH (DFS) Anfang Dezember erfolgreich erste operative Erfahrungen für den potenziellen Einsatz von Drohnen auf dem Flughafengelände gesammelt.

Lufthansa Drohnentest Landebahn Nordwest Frankfurt

Zwei Techniker bereiten eine Drohne nahe der Frankfurter Landebahn Nordwest auf einen Testflug vor. Foto und Copyright: Lufthansa  

 

Zu diesem Zweck fanden in einem Zeitfenster von zwei Stunden Testflüge im Bereich der Landebahn Nordwest statt, die in dieser Zeit kurzfristig für den operativen Flugbetrieb gesperrt wurde. Lufthansa Aerial Services (LAS) habe als Drohnenbetreiber wichtige Erkenntnisse für den künftigen Einsatz in einem sehr dynamisch wachsenden Markt gewonnen, teilte Lufthansa mit.

Mit dem von Lufthansa Consulting geplanten Projekt LAS soll der Einsatz von unbemannten Flugkörpern im kommerziellen Betrieb für große Infrastrukturkunden etabliert werden. Denkbare Einsatzgebiete sind die Inspektion, Messung, Überwachung sowie die zugehörige Datenverarbeitung von Infrastrukturen – beispielsweise Sichtkontrollen mit hochauflösenden Kameras von Windkraftanlagen, Eisenbahntrassen, oberirdisch verlegten Pipelines oder großen Bauprojekten. Zu diesen Anwendungsgebieten zählt auch der im Technologietest entwickelte Drohnen-Einsatz im Bereich Aviation-/Flughafen-Umfeld. 

Für Fraport ist der mögliche Einsatz von Drohnentechnologie bei der wichtigen und unerlässlichen Überprüfung der Start-, Lande- und Rollbahnen auf mögliche Fremdkörper denkbar, die heute noch mit Fahrzeugen erfolgt. Außerdem sind Einsätze zur Vermessung der Flughafentopografie möglich, dies wurde am Beispiel eines Gebäudes der Flughafen Feuerwehr getestet, das sich auf dem Gelände der Landebahn Nordwest befindet und mehrfach über- und umflogen wurde. 

Die DFS ist schon seit 2006 in Forschungsprojekten zur Drohnentechnologie aktiv. Bisher wurden beispielsweise Korridore für den sicheren Einsatz von unbemannten Luftfahrtsystemen geschaffen. Im aktuellen Fall wurde erstmals überprüft, inwiefern die mit einem Transponder ausgestattete Drohne auf den Luft- und Bodenlagedarstellungssystemen sichtbar ist und damit eine sichere Integration in den Flugverkehr ermöglicht werden könnte. 

Sämtliche Testläufe wurden in einer verkehrsarmen Zeit durchgeführt, so dass zu keiner Zeit Beeinträchtigungen für den Flugbetrieb entstanden. Da dem Betrieb von Drohnen in unmittelbarer Nähe von und auf Flughäfen rechtlich sehr enge Grenzen gesteckt sind, war im Vorfeld des Testlaufes eine umfangreiche Abstimmung aller involvierten Akteure notwendig. Mit der DFS als verantwortlicher Flugsicherungsorganisation für den deutschen Luftraum sowie der Fraport AG als Betreiber des Flughafens Frankfurt waren die relevanten Prozesspartner von Beginn an eingebunden. Von gesetzlicher Seite waren das für den Luftverkehr in Hessen zuständige Hessische Ministerium für Wirtschaft, Energie, Verkehr und Landesentwicklung (HMWVL) sowie als ausführende Behörde das Regierungspräsidium Darmstadt in den Genehmigungsprozess involviert.

Aktuell werten Lufthansa Aerial Services, DFS Deutsche Flugsicherung GmbH und Fraport die Ergebnisse aus dem erfolgreichen Testlauf intensiv aus. Darauf aufbauend sollen im nächsten Schritt in weiteren Tests Erkenntnisse für die Entwicklung marktfähiger Lösungen und Anwendungsfelder auf dem sensiblen Umfeld „Flughafen“ gefunden werden.

www.flugrevue.de/Sebastian Steinke


Weitere interessante Inhalte
Umsteigeverbindung von Frankfurt nach Bangkok Landgericht: Kuwait Airways darf israelische Passagiere abweisen

17.11.2017 - Das Landgericht Frankfurt/Main hat die Klage eines israelischen Fluggastes abgewiesen, dem Kuwait Airways wegen seiner israelischen Staatsbürgerschaft die Mitnahme verweigert hatte. … weiter

Bodendienstleistungen ACCIONA verkauft Frankfurt an WISAG

16.11.2017 - Nach gerichtlichen Auseinandersetzungen haben sich die ACCIONA und WISAG auf einen Verkauf der ACCIONA Airport Services Frankfurt GmbH an die WISAG geeinigt. Das Geschäft soll bis spätestens Anfang … weiter

Wartungsarbeiten in Kooperation mit Airbus Lufthansa A380: "Heavy Check" bei Etihad

14.11.2017 - Das von Airbus und Etihad Airways Engineering gemeinsam betriebene Wartungszentrum für die A380 in Abu Dhabi überholt seit Ende Oktober den ersten Airbus A380 von Lufthansa. … weiter

European Flight Academy in Phoenix erneuert ihre Schulflugzeuge Erste Cirrus SR20 für die Lufthansa-Pilotenschulung

07.11.2017 - Die in den USA beheimatete European Flight Academy hat ihre sechs ersten Cirrus-Schulflugzeuge übernommen. Die moderne Einmot hilft künftig bei der Ausbildung von Nachwuchspiloten für den Lufthansa … weiter

Nachfolger der 777 Boeing 777X: Die Kunden

26.10.2017 - Die Boeing 777X wird mit klappbaren Flügelspitzen ausgerüstet und soll den Airlines auf Langstrecke Treibstoff sparen. Der etwas oberhalb des Airbus A350 angesiedelte Langstreckenjet kann bis jetzt … weiter


  • Hersteller

    Lade...

  • Typ

    Bitte Hersteller auswählen!

FLUG REVUE 12/2017

FLUG REVUE
12/2017
06.11.2017

Abonnements
Digitalabo
E-Paper
Heft-Archiv
Einzelheft bestellen


- Zerlegung entführte Landshut
- Erstflug Airbus A330neo
- airberlins letzte Landung
- NBAA-BACE Las Vegas
- Fliegerschießen Axalp
- Eurofighter Luftwaffe
- Kassenschlager CFM56
- Fliegeruhren EXTRA