08.04.2009
FLUG REVUE

Sparprogramm am Flughafen HahnSparprogramm mit Kurzarbeit am Flughafen Hahn

Der Hunsrück-Flughafen will auf einen starken Einbruch bei der Luftfracht mit einem Sparprogram und Kurzarbeit in der eigenen Verwaltung reagieren und streicht Verträge für 70 Mitarbeiter von Fremdfirmen.

Hahn Frachtvorfeld Meldung Sparplan

Frachtabfertigung in Hahn. Die Flughafengesellschaft hat umfangreiche Sparpläne angekündigt (C) Foto: FLUG REVUE, Steinke  

 

Die Passagierzahlen am Flughafen Frankfurt-Hahn lägen im ersten Quartal 2009 mit 698014 Fluggästen insgesamt sieben Prozent unter dem Vorjahr (752459 Fluggäste), teilte Jörg Schumacher, Sprecher der Geschäftsführung der Flughafen Frankfurt-Hahn GmbH, gestern bei einem Pressegespräch mit. Der Luftfrachtumschlag sei mit 18344 Tonnen Eigenaufkommen sogar um 38 Prozent gegenüber dem Vorjahr 2008 (29508 Tonnen Eigenaufkommen) zurückgegangen. Dies habe entsprechende Umsatzeinbußen am Hunsrück-Flughafen, einem ehemaligen US-Fliegerhorst, zur Folge. Der Umsatz hatte 2008 bei rund 45 Millionen Euro gelegen. Gesellschafter Hahns sind die beiden Länder Rheinland-Pfalz und Hessen, nachdem die Fraport AG aus der Betreibergesellschaft ausgeschieden war.

In der direkten Arbeitsplatzstatistik mache sich der Nachfrageeinbruch wegen der Wirtschaftskrise noch nicht bemerkbar: Im Vergleich zum Frühjahr 2008 (3191 Stellen) sei mit 3213 Arbeitsplätzen ein leichtes Beschäftigungswachstum zu verzeichnen. Dies habe die neueste Arbeitsplatzzählung im Februar 2009 ergeben. „Wir haben die auftragsschwache Zeit der letzten Monate dazu genutzt, um Resturlaub, Gleitzeitguthaben und Überstunden abzubauen. Der nächste Schritt wäre die Einführung von Kurzarbeit in der Verwaltung des Flughafens. Darüber verhandeln wir zur Zeit mit dem Betriebsrat“, erklärte Schumacher. Geplant sei Kurzarbeit im Umfang von 20 Prozent für die Dauer von sechs Monaten. Diese beträfe circa 85 Mitarbeiter der Flughafenverwaltung. Die Geschäftsführung und die Abteilungsleiter verzichteten außerdem freiwillig auf fünf Prozent ihres Gehalts.

Der Flughafen plane keine Entlassungen seiner eigenen Mitarbeiter, bestätigte eine Flughafensprecherin heute auf Anfrage der FLUG REVUE. Allerdings hätten Beschäftigungsverträge für 70 Abfertiger von Fremdfirmen beendet werden müssen. Weitere Vertragsauflösungen seien aber nicht geplant.

„In dieser Zeit wird die Unternehmensführung mit voller Kraft daran arbeiten, neue Kunden zu gewinnen. Mit diesen Maßnahmen wollen wir gewährleisten, weiter zu wachsen, die Arbeitsplätze langfristig zu sichern und die Rezession zu überwinden“, so Schumacher.



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