25.09.2017
FLUG REVUE

Lufthansa Technik4000 Arbeitsstunden für die "Landshut"

Am Samstag ist die ehemalige Lufthansa-737 "Landshut" in Friedrichshafen angekommen, wo sie nach ihrer Restaurierung künftig im Dornier-Museum zu sehen sein wird. Lufthansa Technik hat den historischen Zweistrahler für den Transport aus Brasilien vorbereitet.

Demontage der ehemaligen Boeing 737-200 "Landshut" von Lufthansa

Experten von Lufthansa Technik demontierten die "Landshut" in Fortaleza für den Transport nach Deutschland. Foto und Copyright: Lufthansa Technik/Gregor Schläger  

 

Rund 4000 Arbeitsstunden haben 15 Experten von Lufthansa Technik seit Ende August in die Demontage und Transportvorbereitung der ehemaligen Boeing 737-200 D-ABCE "Landshut" investiert. "Bei über 50 Grad Innenraumtemperatur stundenlang in der Tragfläche kopfüber Nietverbindungen zu lösen, ist nicht für jeden ein Traumjob. Aber wir haben alle die nötige Motivation dafür. Die Chance, so einen Job zu übernehmen, bekommt man nicht zweimal im Leben", sagt Martin Brandes, Projektleiter "Landshut" bei Lufthansa Technik.

Die Arbeiten begannen am 22. August in Fortaleza in Brasilien, wo das Flugzeug zuletzt stand. Zunächst wurden die Triebwerke demontiert, anschließen die Höhen- und Seitenleitwerke. Dann wurde das Flugzeug aufgebockt und die Fahrwerke entfernt. Der letzte und aufwändigste Arbeitsschritt begann am 13. September mit der Trennung der linken Tragfläche vom Rumpf.

Unterstützt wurde die Aktion von der gesamten Lufthansa Group – beispielsweise beim Transport des Equipments durch die Lufthansa Cargo, aber auch von LSG Sky Chefs. Lufthansa Technik Logistik Services organisierte Transport und Versand. Auch Condor half nach Angaben von Lufthansa Technik unbürokratisch bei der Abwicklung von Transporten. 

„Wir alle sind stolz, Teil der historischen Aufgabe zu sein, dieses für die deutsche Geschichte so wichtige Flugzeug zurück in die Heimat zu holen", so Brandes. Am 13. Oktober 1977 entführten vier palästinensische Terroristen die Boeing 737-200 D-ABCE „Landshut" auf dem Weg von Mallorca nach Frankfurt, um in Deutschland inhaftierte RAF-Terroristen freizupressen. Am 18. Oktober 1977 beendete die GSG-9 die Entführung in Mogadischu. Das Flugzeug flog bis 1985 für die Lufthansa und wurde dann in die USA verkauft. Nach zahlreichen weiteren Besitzern wurde es im Jahr 2008 in Fortaleza endgültig aus dem Betrieb genommen und stand seitdem am Rande des Flughafens.

Wie geht es weiter mit der "Landshut"?

Die "Landshut" soll nun auf dem Gelände des Dornier-Museums in Friedrichshafen einen eigenen Trakt bekommen, der auch separat besichtigt werden kann. Unter Federführung der Staatsministerin für Kultur wird ein Ausstellungskonzept entwickelt.

Sobald das museale Konzept steht, wird nach Angaben des Dornier-Museums mit der Restaurierung des Flugzeugs begonnen. Der Museumsdirektor David Dornier geht davon aus, dass die restaurierte "Landshut" im Oktober 2019 in einer eigenen Halle präsentiert werden kann. Weitere Infos über das Projekt unter www.die-landshut.de.



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