11.08.2017
FLUG REVUE

Rettungshubschrauber im Feldversuch50 Jahre zivile Luftrettung

Vor 50 Jahren untersuchten ADAC und Rotes Kreuz in einem dreiwöchigen Feldversuch, ob "Arzt-Hubschrauber" die Versorgung von Unfallopfern abseits der Ballungsgebiete verbessern können.

Rettungshubschrauber Christoph München

Das deutsche Rettungshubschrauber-Konzept, hier Christoph München, wird erfolgreich in alle Welt exportiert. Die teure, schnelle Hilfe macht sich anschließend durch messbar kürzere, medizinische Behandlungsdauer bezahlt. Foto und Copyright: DRF  

 

Der am 11. August 1967 begonnene Feldversuch des ADAC "Gau Hessen" und des DRK-Landesverbandes Hessen sollte feststellen, wie oft ein Hubschrauber zu Hilfe gerufen wird, und wie groß dessen sinnvoller Einsatzradius ist. Dabei ging es zunächst nur darum, einen Arzt möglichst schnell zur Unfallstelle zu bringen. Nach der Erstversorgung wurde der Abtransport von dort am Boden per Krankenwagen oder später auch Notarztwagen ("Heidelberger Wagen") vorgesehen. An Bord des Hubschraubers war damals kein Platz zur Mitnahme oder gar zur Behandlung eines Verletzten.

Ziel war eine ärztliche Erstversorgung spätestens binnen 15 Minuten, was einen praktischen Einsatzradius von 50 Kilometern, heute 60 Kilometern, bedingt. Der erste Test-Rettungshubschrauber war in Anspach stationiert. Ende 1970 wurde mit "Christoph" in München der erste reguläre Rettungshubschrauber stationiert. 1971 folgte "Johannes" in Leverkusen. Neben den primären Rettungshubschraubern, heute meistens EC135/H135, von privaten Hilfsorgansiationen und Bund gibt es heute auch die größeren, sogenannten Intensivtransporthubschrauber und die militärischen SAR-Rettungshubschrauber. Für Verlegungen kommen außerdem Ambulanzhubschrauber zum Einsatz. Alleine die ADAC-Luftrettung betreibt heute 37 Stationen, darunter "Christophorus 3" im österreichischen Suben und "Lifeliner 4" in Groningen in den Niederlanden.

Derzeit erprobt China den Aufbau eines Luftrettungsnetzes nach deutschem Vorbild, das im Jahr 2022 zu den olympischen Winterspielen in Peking fertig sein soll. Dazu werden in Tianjin, Hebei und Peking bereits zwei H135 von Airbus Helicopters erprobt. Der Betreiber "Beijing 999" ist eine Tochter des chinesischen Roten Kreuzes. Beijing 999 hat außerdem eine H145 mit Winde bestellt, die 2019 geliefert wird.

Mehr Infos zu:
Mehr zum Thema:
www.flugrevue.de/Sebastian Steinke


Weitere interessante Inhalte
Zahl der Rettungsflüge 2014 steigt DRF Luftrettung fliegt 35368 Einsätze

02.02.2015 - Im vergangenen Jahr absolvierten die Hubschrauber der DRF Luftrettung mit 35368 Einsätzen mehr Missionen als im Vorjahr. Im Schnitt flogen sie fast 100 Mal pro Tag. … weiter

Erstflug Dritter H160-Prototyp startet Flugerprobung

13.10.2017 - Am Freitag hat der dritte Prototyp der H160 in Marignane seinen Erstflug absolviert. Der PT3 hat eine Kabinenkonfiguration die nahezu serienreif ist. … weiter

Mehrzweckhubschrauber Airbus Helicopters liefert 400. UH-72A an US-Army

09.10.2017 - Airbus Helicopters hat den 400. UH-72A Lakota-Hubschrauber an die US Army ausgeliefert. Die Endmontage in Columbus, Mississippi, läuft damit langsam aus. … weiter

Heeresflieger Tiger in Mali fliegen wieder

05.10.2017 - Am Mittwoch waren die Tiger-Kampfhubschrauber des Heeres erstmals seit dem Absturz im Juli wieder in Mali in der Luft. … weiter

Jubiläumsfeier in Aigen im Ennstal 50 Jahre Alouette III in Österreich

23.09.2017 - Die Jubiläen 80 Jahre Fliegerhorst Aigen im Ennstal, und 50 Jahre Alouette III im Bundesheer waren Anlass für eine Feier am Freitag. … weiter


  • Hersteller

    Lade...

  • Typ

    Bitte Hersteller auswählen!

FLUG REVUE 11/2017

FLUG REVUE
11/2017
09.10.2017

Abonnements
Digitalabo
E-Paper
Heft-Archiv
Einzelheft bestellen


- US-Firma Boom: Nachfolger der Concorde?
- Verhandlungen: Das Ende von airberlin
- Swiss: C Series im Liniendienst
- RAF & USAF: „Red Air“ mit zivilen Jets
- X-37B: Geheimer Raumgleiter der USAF