09.05.2014
FLUG REVUE

EASA-Zulassung liegt im PlanA350-Testprogramm läuft auf vollen Touren

Bei Airbus absolvieren die vier fliegenden A350-Prototypen ein dicht gedrängtes Testprogramm. So durchläuft MSN2 derzeit in Florida Klimatests, während MSN4 für Spritzwassertests nach Istres reiste.

Airbus A350 XWB MSN2 Klimatests Florida

Der A350-Prototyp MSN2 vor dem Klimahangar des McKinley Laboratory in Florida. Foto und Copyright: Airbus  

 

Airbus-A350-Prototyp MSN4 kehrte am Donnerstag als Flug AIB45W aus Istres nach Toulouse zurück. In Istres, einem französischen Militärstützpunkt und Standort der französischen Testpilotenschule, steht eine 3750 Meter lange, besonders ebene Startbahn zur Verfügung, die häufig für Spritzwassertests genutzt wird. Dabei durchrollt das Testflugzeug eine durch Gummiwände abgetrennte und zentimeterhoch überflutete Testfläche mit hoher Geschindigkeit. Währenddessen beobachten Kameras, ob Spritzwasser an ungünstige Stellen, etwa in Lufteinläufe, oder an besonders empfindliche Baugruppen, etwa Hydraulikleitungen, gelangen kann.

In Florida ist A350-Prototyp MSN2 am McKinley-Klimatestlabor auf der Eglin Air Force Base eingetroffen. In einem klimatisierten Spezialhangar kann das Flugzeug hier extremen Temperaturen, von strengstem Frost bis zu tropischer Hitze, und extremer Luftfeuchte ausgesetzt werden. Beobachtet wird hier, wie die Flugzeug- und insbesondere die Kabinensysteme, mit den extremen Bedingungen zurecht kommen. Dies soll die Einsatzzuverlässigkeit zur Indienststellung erhöhen. Airbus hatte bereits reale A350-Klimatests im Norden Kanadas, in der Karibik und in Qatar durchgeführt.

Die vier ersten fliegenden A350 waren bisher bei über 350 Testflügen rund 1600 Stunden in der Luft. Auch das fünfte Flugzeug, MSN5, hat mittlerweile die Endmontage in Toulouse verlassen und wird demnächst lackiert. Erst am Mittwoch hat EASA-Exekutivdirektor Patrick Ky erklärt, dass die A350 bei der Zulassung "gute Fortschritte" mache. Die europäische Luftfahrtbehörde rechne mit einer Zertifizierung im "Spätsommer", was der bisherigen Airbus-Planung entspricht. Als nächste Testphase beginnt in Kürze die Streckenflugerprobung der A350, bei der das Flugzeug mit Testpassagieren den späteren Linieneinsatz mit vollem Bordservice auf Langstrecken simuliert. Außerdem sind Kundenbesuche und erste Schulungen von Kundenpiloten und Kundentechnikern vorgesehen.

Mehr Infos zu:
Mehr zum Thema:
www.flugrevue.de/Sebastian Steinke


Weitere interessante Inhalte
Enders und Brégier gehen Airbus tauscht die Führung aus

15.12.2017 - Der europäische Luft-, Raumfahrt- und Rüstungskonzern Airbus tauscht seine Führungsspitze aus. Konzernchef Tom Enders verlängert seinen Vertrag nicht um eine dritte Amtszeit über den April 2019 … weiter

Neuer Langstreckenjet Airbus A350 XWB: Die aktuellen Nutzer

01.12.2017 - Mit der A350 hat Airbus einen hochmodernen Langstreckenjet entwickelt. Bereits knapp 850 Flugzeuge wurden an 45 Kunden verkauft. … weiter

Malaysia Airlines Erster Airbus A350-900 mit First Class

01.12.2017 - Malaysia Airlines hat ihre erste A350 übernommen. Die Fluggesellschaft ist die bisher einzige, die den Flugzeugtyp mit einer ersten Klasse ausgestattet hat. … weiter

Europäische Bestseller Top 10: Die meistgebauten Airbus-Flugzeuge

22.11.2017 - Am 28. Oktober 1972 startete der erste Prototyp des Airbus A300 zu seinem Jungfernflug. Seit dem produzierte der europäische Flugzeugbauer über 10000 Flugzeuge. Aber welche sind die meistgebauten … weiter

Automatische Verfolgung aller Einzelteile Airbus stellt Produktion auf RFID-Funkchips um

15.11.2017 - Mit Hilfe von Funkchips will Airbus alle verbauten Einzelteile in der Flugzeugherstellung bei der Produktion und danach automatisch verfolgen. Den Anfang macht das Programm A350. … weiter


FLUG REVUE 01/2018

FLUG REVUE
01/2018
11.12.2017

Abonnements
Digitalabo
E-Paper
Heft-Archiv
Einzelheft bestellen


- 100. Airbus A380 für Emirates
- Airbus-Hoffnung China
- Auftragsfeuerwerk Dubai Air Show
- Tornado-Training
- F-35 für die Luftwaffe?
- Adaptive Tragflächen
- Vorausschauende Instandhaltung
- Mehrwegraketen