20.05.2014
FLUG REVUE

EBACE 2014: Überschall-Business-JetAerion AS2: Größer ist besser

Die Aerion Corporation hat ihren Entwurf für einen überschallschnellen Geschäftsreisejet überarbeitet und will nun ein dreistrahliges Muster mit einer größeren Kabine auf den Markt bringen.

Ebace 2014 Aerion Supersonic AS2 air to air Foto Aerion

Der neue Entwurf des Aerion-Überschall-Business-Jets ist nun dreistrahlig. Foto und Copyright: Aerion Corp.  

 

Die Aerion Corporation aus Reno im US-Bundesstaat Nevada arbeitet schon seit mehreren Jahren an einem überschallschnellen Geschäftsreisejet. Nun hat das Unternehmen auf der Business-Aviation-Messe EBACE in Genf einen überarbeiteten Entwurf ihres Flugzeugs präsentiert. Die Aerion AS2 soll im Vergleich zum vorangegangenen Entwurf über eine deutlich größere Kabine verfügen und von drei statt von wie bisher geplant von zwei Triebwerken angetrieben werden. Die Triebwerke müssen je rund 15.000 lbs (66,7 kN) Startschub liefern und sollen den aktuellen Umweltstandards entsprechen.

Als Grund für diese Änderungen nannte die Aerion Corporation eine Befragung potenzieller Kunden und Nutzer, die in den vergangenen Monaten durchgeführt worden war. Dort hatten die Befragten vor allem Interesse an einer größeren Kabine geäußert, die ähnliche Dimensionen aufweisen soll wie die heutiger Langstrecken-Business-Jets. Angestrebt ist eine Kabinenlänge von rund zehn Metern. Als Gesamtlänge des AS2 genannten neuen Entwurfs nennt die Aerion Corporation 57,91 Meter. Der Wechsel vom Zwei- zum Dreistrahler biete Vorteile bei der Startstrecke, die bei maximaler Startmasse bei rund 2280 m liegen soll.

Die Aerion Corporation strebt eine Reichweite zwischen 8800 km (4750 NM) und 9260 km (5000 NM) an. Das Flugzeug soll über Land mit einer hohen Unterschall-Geschwindigkeit fliegen und Überwasserstrecken mit rund Mach 1.4 befliegen.  Aerion hat bislang rund 100 Millionen US-Dollar in das Projekt gesteckt und führt Gespräche mit potenziellen Partnern, die das Flugzeug für die Aerion Corporation produzieren sollen. Parallel dazu beginnt die Firma mit der Detailkonstruktion der AS2 und führt intensive Tests durch. So beendete Aerion gerade eine Serie von Niedergeschwindigkeitstets im Aeronautical Laboratory der Universität von Washington, bei denen verschiedene Hochauftriebshilfen getest wurden. Im Mai und Juni werden weitere Windkanaluntersuchungen stattfinden.

Marktstudien haben einen Bedarf von bis zu 600 Flugzeugen dieser Art innerhalb der nächsten 20 Jahre ergeben. Potenzielle Kunden seien nach Angaben der Aerion Corporation bereit, über 100 Millionen Dollar für ein solches Flugzeug zu investieren.



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