06.04.2015
Erschienen in: 02/ 2012 FLUG REVUE

Afghanistan-Konferenz 2011Der Jet-Gipfel

Seltene VIP-Flugzeuge aus aller Welt brachten 2011 die Delegierten der Bonner UN-Konferenz zur Zukunft Afghanistans zum Köln Bonn Airport.

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Wo kann man in unseren Gefilden eine klassische, dreistrahlige Tupolew Tu-154M der Regierungsstaffel Rossija mit ihrem typischen tiefen Heulen, einen seltenen Airbus A321 der iranischen Regierungsflieger und eine Jakowlew Jak-40 in der exotischen Frachter-Kombiversion der tschechischen Luftwaffe zugleich sehen und hören? In Köln/Bonn beim Afghanistan-Gipfel der Vereinten Nationen am 5. Dezember. Zehn Jahre nach der ersten Petersberg-Konferenz war die UN- und Bundesstadt erneut Gastgeberin einer Tagung zur politischen Zukunft Afghanistans. Vom UNO-Generalsekretär Ban Ki-moon über US-Außenministerin Hillary Clinton bis hin zu Afghanistans Präsident Hamid Karzai reichte die Liste der Teilnehmer, die mit einer bunten Flotte von Regierungsjets und Geschäftsreiseflugzeugen teilweise schon Tage zuvor am Rhein eintrafen.

Präsident Karzai durfte per Ausnahmegenehmigung sogar mit einem Airbus A310-304 der afghanischen Fluggesellschaft Ariana anreisen, obwohl die Europäische Union laut ihrer aktuellen „Schwarzen Liste“ vom 23. November 2011 allen Fluggesellschaften Afghanistans darunter Ariana, Kam Air, Pamir Airlines und Safi Airways, aus Gründen der Flugsicherheit für kommerzielle Flüge derzeit den Einflug verwehrt. Politische VIPs reisen dagegen mit einer „Diplomatic Clearance“ als Staatsflug an und genießen Sonderrechte. Karsais A310 ist zudem als TC-SGC türkisch registriert und durch Ariana von der türkischen Saga Airlines geleast. Eine besondere Behandlung der Staatsgäste wurde auch wegen der erhöhten Sicherheitsstufe nötig. Aus Angst vor Anschlägen wurden die über 1000  Konferenzteilnehmer von über 4000 Polizisten auf ihrem Weg zum Hauptkonferenzort am World Conference Centre Bonn (WCCB) im Bonner Regierungsviertel und zum Gästehaus der Bundesregierung auf dem Petersberg bei Bonn streng abgeschirmt. Die meisten der über 100 Kolonnenfahrten fanden auf gesperrten Autobahnen statt. Die wichtigsten Gäste wurden sogar von der Bundespolizei per Hubschrauber transportiert oder wenigstens eskortiert. Genauere Angaben machten die Sicherheitsbehörden nicht.

Auf dem Köln Bonn Airport warteten die oft nur bei winterlichem Restlicht und zu unchristlichen Zeiten einschwebenden VIPJets derweil gut bewacht im militärischen Flughafenbereich bei der Luftwaffe. Dort wurden sie auf den weitläufigen Vorfeldern und Abstellpositionen geparkt, darunter die entlegene und deshalb bei den Fotofans besonders unbeliebte „Zulu-Platte“.


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