16.08.2013
FLUG REVUE

Airbus A350 nimmt Testflugbetrieb wieder aufAirbus A350 nimmt Testflüge wieder auf

Nach einer mehrwöchigen Sommerpause für eine ausführliche Kontrolle hat der Airbus A350-Prototyp MSN001 am Donnerstag seinen Testflugbetrieb wieder aufgenommen.

Die Webseite "Flightradar 24" zeigte MSN001 als Flug "AIB16WB" am Donnerstag vor der französischen Atlantikküste. Das Flugzeug erreichte bei seinem sechsstündigen Flug von und nach Toulouse 36000 Fuß Flughöhe (11000 Meter) und Geschwindigkeiten bis zu 509 Knoten (940 km/h). Außerdem verzeichnete die Webseite extreme Langsamflüge und "sportliche" Sinkflüge mit Sinkraten bis zu 8200 Fuß pro Minute (2500 Meter/Minute). Auch am späten Freitag Vormittag machte sich MSN001 als Flug "AIB17WB" von Toulouse aus nach Nordwesten auf den Weg.

Airbus hatte den A350-Prototypen MSN001 nach dem Abschluss der ersten Flugtestphase seit Mitte Juli ausführlich untersucht und die bislang erflogenen Testdaten ausgewertet. Äußerlich hat sich MSN001 nach seiner Rückkehr kaum verändert, lediglich ein Hecksporn unter der strukturell dafür verstärkten und vorbereiteten Heckunterseite wurde installiert.

Man benötigt den Hecksporn für die bald in Istres anstehenden spektakulären Starttests mit Minimalgeschwindigkeit, die sogenannten Vmu-Tests (Velocitiy Minimum Unstick). Dabei wird der Bug beim Start mit absichtlich zu niedriger Geschwindigkeit "gewaltsam" in die Luft genommen, wobei das Flugzeugheck auf der Piste schleift. Es geht dabei um Starts mit zwei oder auch später nur einem Triebwerk, bei der die für eine sichere aerodynamische Ruderwirkung nötige Mindestfahrt beim Start ermittelt und festgelegt wird. Die Besatzung tastet sich dazu aus sicheren Geschwindigkeitsbereichen beim Start immer weiter nach unten.

Bei ergänzenden Testreihen wird eines der Triebwerke während des Startvorgangs absichtlich durch Unterbrechung der Treibstoffzufuhr bei hoher Leistung "hart" abgeschaltet. Trotzdem darf das schon kurz vor dem Abheben stehende Flugzeug nur in einem genau festgelegten, engen Bereich um die Startbahn-Mittellinie leicht ausbrechen.

Insgesamt war MSN001, nach inoffizieller Zählung, bisher gut 90 Stunden in der Luft. Nach "Blockzeit", also mit Rollzeiten, dürften damit demnächst, möglicherweise noch am Freitag, 100 Flugteststunden überschritten werden. Als zweiter A350-Prototyp stößt bald auch MSN003 zur A350-Testflotte. Das bereits komplettierte Flugzeug erhält gerade seine Triebwerke, Testausrüstung und durchläuft ausführliche Flugtestvorbeitungen.

www.flugrevue.de/Sebastian Steinke


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