14.06.2013
FLUG REVUE

Airbus A350 ErstflugAirbus A350 startet zum Erstflug

Am Freitag startet der erste Airbus A350 zum Jungfernflug. Bei der rund vierstündigen Premiere am Himmel sind bereits umfangreiche Tests vorgesehen.

Die Besatzung des Erstflugs ging bereits vor acht Uhr an Bord des Prototypen MSN001, meldete Airbus. Während spätere Testflüge üblicherweise in normaler Bürogarderobe absolviert werden, trägt die sechsköpfige Testcrew heute feuerfeste Overalls und schwere Pilotenstiefel. Während des Fluges wird sie außerdem Helme und Fallschirme anlegen und Sauerstoffmasken bereit halten.

Im Cockpit sitzen:

1. Peter Chandler, Experimental Flight Test Pilot. Der Brite ist seit 2011 Cheftestpilot von Airbus und wird als ranghöchster Pilot an Bord auf dem linken Sitz Platz nehmen.
2. Guy Magrin, Experimental Flight Test Pilot. Magrin ist als Projektpilot für die A350 XWB der leitende Testpilot dieses Programms.
3. Pascal Verneau, Test Flight Engineer
Als "Test Flight Engineer" ist Pascal Verneau der Hausherr von MSN001. Er begleitet dieses Flugzeug persönlich durch das gesamte Testprogramm und kennt die jeweilige Testkonfiguration und alle technischen Sondereinbauten genau. Als Test Flight Engineer fliegt Verneau, der außerdem leitender A350 XWB Project Test Flight Engineer für das gesamte Programm ist, direkt im Cockpit mit.

In der Kabine fliegen außerdem drei sogenannte Experimental "Flight Test Engineers" mit. Sie sitzen an Konsolen in der Mitte des Rumpfes auf Höhe des Flügels und beobachten die eigentlichen Tests. Über Computermonitore und Kameras beobachten sie die Arbeit der Cockpitbesatzung und geben Anweisungen für die auszuführenden Manöver:

4. Fernando Alonso, Flight Test Engineer
Der Chef der gesamten Airbus-Testabteilung (Head of Airbus Flight & Integration Test Centre) war bereits beim A380-Erstflug an Bord.
5. Patrick du Ché, Flight Test Engineer, Head of Development Flight Tests
An einer separaten Konsole sitzt noch ein Triebwerksspezialist:
6. Emanuele Costanzo, Flight Test Engineer, Lead Flight Test Engineer für das bereits zugelassene Triebwerk Trent XWB.

Der Start ist für 10.00 Uhr vorgesehen. Der Flug wird, laut Plan, rund vier Stunden dauern.

Update 9.45 Uhr:

Das Flugzeug steht bereits mit laufenden Triebwerken auf dem Airbus-Werksvorfeld und ist bereit zum Rollen an die Startbahn. Ein Hubschrauber mit Fernsehkameras steht über dem Gelände. Ein Fotoflugzeug ist gestartet, es beobachtet den Erstflug der A350. Für den restlichen Flugverkehr ist der Flughafen Toulouse für den Erstflug-Start für etwa 30 Minuten gesperrt.

Update 10.05 Uhr:

Die A350 fliegt! Um 10.00 Uhr startete der Prototyp MSN001 von der westlichen Startbahn in Toulouse in nördlicher Richtung. Dabei wurde die A350 von dem Fotoflugzeug begleitet.

Beim sanften Abheben steuerte Testpilot Guy Magrin. Dabei flog die A350 im "Direct Law", also noch ohne jeden Filter der elektronischen Sidestick-Steuersignale durch einen Computer. Im Verlauf des Erstflugs werden die Steuerungscomputer später zugeschaltet. Peter Chandler wird bei der Landung am Steuer sitzen.

Die A350 fliegt jetzt mit ausgefahrenem Fahrwerk und ausgefahrenen Klappen in 3700 Meter Höhe und führt nahe des Flugplatzes Toulouse über einer geschlossenen Wolkendecke erste Kurvenmanöver mit rund 400 km/h aus.

Update 10.34 Uhr:

Soeben hat die Besatzung erstmals das Fahrwerk eingefahren. Zuvor hatte das Flugzeug im Langsamflug unterhalb von 200 Knoten leichte Kurven absolviert. Außerdem hatte die Besatzung die Trimmmung des Flugzeugs erprobt. Die Flughöhe liegt weiterhin bei 3700 Metern. Das Flugzeug befindet sich derzeit westlich von Carcassone und fliegt in südlicher Richtung.

Update: 11.16 Uhr:

Die A350 fliegt nach einer Schleife entlang der Pyrenäen nun, nahe Castres, wieder in nordöstlicher Richtung. Das Flugzeug hat seine Geschwindigkeit auf rund 500 km/h erhöht. Offenbar werden nun die Flugeigenschaften mit eingeschaltetem Flugsteuerungscomputer und mit eingefahrenen Klappen erprobt. Anschließend steht die Inbetriebnahme der Druckkabine und ein stufenweiser Steigflug auf dem Programm.

MSN001 ist das erste von fünf Testflugzeugen. Die Testflotte soll etwa 2500 Flugstunden absolvieren, damit die A350 noch im zweiten Halbjahr 2014 zugelassen und ausgeliefert werden kann. Das erste Kundenflugzeug erhält Qatar Airways

Update 12.17 Uhr:

Testpilot Peter Chandler berichtet live aus dem Cockpit, dass die A350 alle "high risk configuration"-Tests abgeschlossen habe. Diese seien "extrem erfolgreich" verlaufen. Damit sei das Flugzeug nun zur Erstflughalbzeit auf einen Steigflug auf 25000 Fuß (7600 Meter) freigegeben, wo die nächste Testreihe in "Clean Configuration", also mit eingefahrenen Klappen, mit hohen Geschwindigkeiten erflogen werde.
Aktuell ist das Flugzeug mit 750 km/h in knapp 4000 Meter Höhe südlich von Toulouse unterwegs.

Update 13.03 Uhr:

Nach Angaben der Toulouser Airbus-Flugtestwarte "Télémesure" ist die A350 jetzt auf eine Höhe von 7600 Meter gestiegen. Zuvor seien Hochgeschwindigkeitstests in niedrigerer Höhe absolviert worden, die nun in mittlerer Höhe wiederholt würden. Dabei werde heute eine Höchstgeschwindigkeit von Mach 0.8 erreicht.
Das Radar zeigt die A350 derzeit auf nordwestlichem Kurs, südlich von Toulouse in 7700 Metern Höhe. Das Flugzeug scheint angesichts stark wechselnder Höhenangaben vertikal stark zu manövrieren.

Update 13.42 Uhr:

Nach einem schnellen Sinkflug bereitet sich das Flugzeug auf den Anflug nach Toulouse vor. Nach einer Verlangsamung sind Fahrwerk und Klappen bereits ausgefahren, um der Besatzung ein Gefühl für das Flugverhalten bei der Landung zu geben. Airbus hat einen niedrigen Überflug vor der eigentlichen Landung angekündigt. Das Wetter in Toulouse ist gut. Das Flugzeug befindet sich südöstlich von Toulouse und dreht gerade auf den Endanflugkurs für den niedrigen Überflug ein.

Update 14.07 Uhr:

Die A350 ist soeben in Toulouse gelandet. Zuvor hatte das Flugzeug einen niedrigen Überflug ausgeführt. Pascal Verneau schwenkt eine Airbus-Flagge aus der Cockpitluke des noch rollenden Flugzeugs, während der Prototyp die Front der Zuschauer passiert.

Update 14.41 Uhr:

Die A350 parkt vor dem Airbus-Auslieferungszentrum und stellt ihre Triebwerke ab. Ein Empfangskommittee mit EADS-Chef Thomas Enders, Airbus-Chef Fabrice Brégier und A350-Programmchef Didier Evrard begrüßt die Mannschaft unter dem Jubel der Menge.

www.flugrevue.de/Sebastian Steinke


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