26.11.2012
FLUG REVUE

Airbus A350 Testrumpf erreicht Testhalle in ToulouseAirbus A350-Testrumpf erreicht Testhalle

Nach dem Abschluss der ersten A350-Endmontage hat Airbus in der vergangenen Woche den Testrumpf MSN5000 aus dem A350-Endmontagetrakt in Toulouse auf die gegenüber liegende Flughafenseite transportiert. Hier befindet sich ein Spezialhangar für die Belastungstests, in dem die niemals fliegende Bruchzelle MSN5000 ihr gesamtes Testleben verbringen wird.

Mit den Tests werde Airbus das Strukturdesign der A350 XWB validieren, teilte der Flugzeughersteller am Montag mit. Der Testrumpf werde nun im Gebäude L34, das zuvor bereits für die A380-Belastungstests genutzt worden sei, auf die Testreihen vorbereitet.

Diese dauerten etwa ein Jahr und umfassten die Belastungsstufen "Limit Load" und "Ultimate Load". Die "Limit Load" entspricht der höchsten einzelnen Spitzenbelastung, die ein Flugzeug während seiner gesamten praktischen Einsatzdauer aushalten muss. Die "Ultimate Load" ist, nach den aktuellen Zulassungsvorschriften für Verkehrsflugzeuge, das eineinhalbfache dieser "Limit Load". Drei Sekunden lang muss das Flugzeug im Test diese Überlast aushalten, ohne dass danach bleibende Schäden auftreten.

Bei den A350-Tests würden außerdem die verbleibende Belastungstoleranz und Festigkeitsreserven ermittelt, so Airbus. Aus der Mitteilung ging nicht hervor, ob Airbus den Flügel über die erforderlichen Zulassungsdaten hinaus noch bis zum tatsächlichen Bruch überbelasten will.

Der für die A380 gebaute Hangar L34 ist 10000 Quadratmeter groß und mit einem Spezialgerüst aus 2500 Tonnen Stahl und mit speziellen Fundamenten im Hallenboden ausgestattet. Dort wird der Testrumpf wie eine riesige "Marionette" eingespannt und gezielt über 240 computergesteuerte Stellglieder mit Lasten beaufschlagt. Dabei kann man Flugsituationen simulieren, die etwa einem harten Abfangen aus einem schnellen Sinkflug entsprechen, und die die Flugzeugstruktur an ihre Belastungsgrenzen bringen. In Spitzenzeiten arbeiten 200 Airbus-Mitarbeiter in der Halle. 12000 Sensoren zeichnen die Messwerte auf. Noch vor dem Erstflug der ersten A350 XWB im Sommer 2013 will Airbus alle im normalen Flugbetrieb auftretenden Belastungssituationen im Testhangar mit MSN5000 validiert haben.

Die Bruchzelle MSN5000 entspricht einer A350-900 mit Rumpf und Flügeln. Sie hat statt Triebwerken, Klappen und Seitenleitwerk Ballastgewichte und wurde mit speziellen Aufhängungspunkten in der Struktur präpariert.

Mehr Infos zu:
Mehr zum Thema:
www.flugrevue.de/Sebastian Steinke


Weitere interessante Inhalte
Flaggschiffe im Liniendienst Top 10: Die teuersten Passagierflugzeuge der Welt

18.05.2018 - Wie viel kostet ein Passagierflugzeug und welches ist am teuersten? Wir haben ein Ranking der Flugzeuge mit dem höchsten Listenpreis erstellt, wobei Airbus für 2018 um rund zwei Prozent zugelegt hat. … weiter

Harald Wilhelm kündigt Ausstieg an Airbus-Finanzchef geht 2019 mit Tom Enders

14.05.2018 - Harald Wilhelm, Finanzvorstand der Airbus Group, will 2019 gemeinsam mit Vorstandschef Tom Enders das Unternehmen verlassen. … weiter

Fast 30 Flugvorführungen ILA 2018 - Das Flugprogramm am Samstag

28.04.2018 - Vom Airbus A350-900 bis zur Bundeswehr-Luftparade: Fast 30 Vorführungen umfasst die Flugshow am ersten ILA-Publikumstag. … weiter

Zweistrahler als Ultralangstreckenversion Erstflug des Airbus A350-900ULR

23.04.2018 - Am Montag ist in Toulouse der erste Airbus A350-900 der neuen Ultralangstreckenversion ULR zum Erstflug gestartet. Das Flugzeug mit der Werknummer MSN216 wird in der zweiten Jahreshälfte an Singapore … weiter

Betten statt Frachtcontainern Airbus und Zodiac planen modulares Schlafabteil

10.04.2018 - Für die A330, aber auch für die A350, wollen Airbus und Zodiac ein neues modulares System anbieten, mit dem man kurzfristig Betten im Frachtraum der A330 installieren kann. … weiter


FLUG REVUE 06/2018

FLUG REVUE
06/2018
14.05.2018

Abonnements
Digitalabo
E-Paper
Heft-Archiv
Einzelheft bestellen


- ILA AKTUELL: Die Highlights in Berlin
- Alexander Gerst: Die zweite Mission
- Aircraft Interiors: Sitze zwischen Leichtbau und Luxus
- Überschall ohne Knall: Skunk Works bauen X-Plane
- Flughafen München: Angriff auf Frankfurt