14.06.2018
FLUG REVUE

Revolution im FlugzeugbauAirbus Hamburg eröffnet vierte A320-Endmontage

Auf der Jagd nach immer höheren Produktionsraten setzt Airbus auf Roboterhilfe. Die am Donnerstag in Finkenwerder eröffnete vierte A320-Endmontagelinie nutzt neueste Technik für noch mehr Produktionsvolumen.

Airbus Finkenwerder vierte A320-Endmontage Bohrroboter

Die neuen Roboter der vierten Hamburger A320-Linie können in sieben Achsen bohren. Sie erreichen mühelos 80 Prozent der sonst schwer zu bearbeitenden Bohrpositionen auf der Rumpfoberseite und bohren gleichbleibend perfekt. Foto und Copyright: Airbus  

 

Mit digitalen Technologien und einer flexibleren industriellen Organisation unterstütze die hochmoderne Anlage den Hochlauf des Single-Aisle-Programms auf eine Produktionsrate von monatlich 60 Flugzeugen bis Mitte 2019, meldete Airbus am Donnerstag. Frank Horch, Senator für Wirtschaft, Verkehr und Innovation der Hansestadt Hamburg, und Thomas Jarzombek, Koordinator der Bundesregierung für Luft- und Raumfahrt, nahmen gemeinsam mit Guillaume Faury, President von Airbus Commercial Aircraft, und 500 Ehrengästen an der feierlichen Eröffnung in Finkenwerder teil. Im Hamburger Werk sitzt die Programmführung der A320-Familie von Airbus.

Die vierte Endmontagelinie ist mit zwei 7-Achsen-Robotern ausgerüstet, die fast 80 Prozent der Löcher in der Oberseite der Rumpfsektionen automatisiert bohren können. Die Ergonomie des Arbeitsplatzes wird so wesentlich verbessert. Die Roboter bohren auch genauer, was für eine konstante Fertigungsqualität mit weniger Nacharbeiten sorgt. Zudem zeichnet sich die Linie durch ihre innovative Anordnung und den Einsatz mobiler Werkzeugplattformen aus, die mit Lasertrackern eigenständig navigieren.

A320 Finkenwerder vierte Endmontage Komponententransport

Auf mobilen Plattformen können auch große Komponenten bewegt und präzise positioniert werden. Foto und Copyright: Airbus  

 

Die neuen Technologien und Prozesse wurden in enger Abstimmung mit Mitarbeitern entwickelt und realisiert. Das Ergebnis ist eine sehr viel effizientere moderne Arbeitsumgebung mit optimierter Bereitstellung aller erforderlichen Materialien an den Arbeitsstationen im Umkreis von drei Metern, kürzeren Wegen für die Mitarbeiter und bereits montagefertig ausgepackten Teilen. Viele der neuen Technologien und Prozesse sollen auch auf andere Airbus-Montagelinien weltweit übertragen werden.

„Mit der Einweihung unserer neuesten und modernsten Montagelinie für die A320-Familie schlagen wir ein neues Kapitel der effizienten digitalen Flugzeugfertigung auf“, sagte Guillaume Faury. „Wir können unsere Flugzeuge so noch effizienter bauen und erfüllen damit eine wichtige Voraussetzung für höhere Produktionsraten. Ich möchte den Teams danken, die diesen neuesten Standard für die Produktion bei Airbus mit Hochdruck konzipiert und umgesetzt haben.“

Airbus Finkenwerder vierte A320-Endmontage Rumpf

Eine komplette A321 reist, auf einer mobilen Plattform aufgebockt, durch die Werkhalle. Foto und Copyright: Airbus  

 

Die A320-Familie ist mit über 14.000 Bestellungen für ceo- und neo-Modelle sowie mehr als 8100 bisher ausgelieferten Flugzeugen das weltweit erfolgreichste Single-Aisle-Programm. Die Flugzeuge der A320neo-Familie fliegen mit modernsten Technologien wie Triebwerken der neuen Generation und Sharklets vom Tag ihrer Auslieferung an mindestens 15 Prozent sparsamer und werden den Treibstoffverbrauch bis 2020 um 20 Prozent reduzieren. Die A320neo-Familie hat mit über 6000 Bestellungen von 100 Kunden einen Marktanteil von knapp 60 Prozent erobert.

Die Produktion der A320-Familie ist mit Airbus-Fertigungsstätten in Europa, China und den USA über die ganze Welt verteilt. Neben der neuen Montagelinie hat Airbus in Hamburg auch ein vergrößertes und modernisiertes Auslieferungszentrum für die A320-Familie eröffnet. Es bietet für Kunden zusätzliche Bereiche sowie noch umfassendere Service-Angebote und effizientere Auslieferungsprozesse.



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