22.02.2017
FLUG REVUE

Rekordauslieferungen im VerkehrsflugzeuggeschäftAirbus-Konzernbilanz leidet unter A400M

Der Luftfahrtkonzern Airbus hat am Mittwoch seine Ergebnisse für das Geschäftsjahr 2016 veröffentlicht. Trotz guter Auftragslage und Rekordproduktion bei den Verkehrsflugzeugen belastete der verspätete Militärtransporter A400M die Bilanz mit 2,2 Mrd. Euro.

A400M 54+07 sechste Luftwaffe Dezember 2016

Die Luftwaffe hat bei Airbus in Sevilla ihre sechste A400M abgenommen. Sie ist erstmals für taktische Einsätze brauchbar (Foto: Airbus Defence & Space).  

 

Der Luftfahrtkonzern Airbus Group hat im Geschäftsjahr 2016 einen Umsatz von 67 Mrd. Euro ausgewiesen, drei Prozent mehr als im Vorjahr. Der Umsatz der Verkehrsflugzeugsparte, die neuerdings unter dem Namen "Airbus Commercial Aircraft" firmiert, stieg um sieben Prozent. Mit 688 ausgelieferten Verkehrsflugzeugen wurde hier ein neuer Auslieferungsrekord aufgestellt, während der Auftragsbestand stieg. Der Umsatz der Sparte Airbus Defence and Space sank dagegen um neun Prozent. Auch die Hubschraubersparte Airbus Helicopters verbuchte trotz erhöhter Auslieferungsstückzahl einen Umsatzrückgang.

Das Konzernergebnis sank auf 995 Mio. Euro. Im Vorjahr 2015 hatte es noch bei 2,7 Mrd. Euro gelegen. Beim "berichteten EBIT" in Höhe von 2,3 Mrd. Euro (Vorjahr 4,1 Mrd. Euro) nannte Airbus folgende Anpassungen:

-einen Nettoaufwand in Höhe von 2,2 Mrd. Euro im Zusammenhang mit dem A400M-Programm, einschließlich zusätzlicher Belastungen im vierten Quartal;

-eine Negativwirkung in Höhe von 930 Mio. Euro aufgrund der Differenz von Dollar-Zu- und Abflüssen zu unterschiedlichen Zeitpunkten und aufgrund bilanzieller Neubewertungen;

-eine Rückstellung in Höhe von 182 Mio. Euro für die Restrukturierungs- und Transformationsprogramme;

-eine Nettobelastung von 33 Mio. euro für Portfolioanpassungen bei Commercial Aircraft und Defence and Space;

-einen Aufwand in Höhe von 385 Mio. Euro im ersten Halbjahr 2016 im Zusammenhang mit dem A350-Programm;

-einen Nettoveräußerungsgewinn von 868 Mio. Euro im ersten Halbjahr 2016 im Zusammenhang mit dem Verkauf von Anteilen an Dassault Aviation und der Erfassung der im Rahmen des Umtauschanleiheprogramms verbleibenden Aktien zum beizulegenden Zeitwert.

-einen Nettoveräußerungsgewinn von 1,2 Mrd. Euro im Zusammenhang mit dem Beginn der Phase 2 des Joint Ventures Airbus Safran Launchers.

Für 2017 erwartet der Hersteller über 700 Verkehrsflugzeugauslieferungen. Vor Fusionen und Übernahmen rechnet Airbus 2017 mit einem Wachstum des bereinigten EBITs und des bereinigten Gewinns pro Aktie im mittleren einstelligen Prozentbereich im Vergleich zu 2016. Der Free Cash Flow vor Fusionen und Übernahmen und Kundenfinanzierungen werde voraussichtlich mit dem des Jahres 2016 vergleichbar sein.

Herausforderungen bestünden noch hinsichtlich des A320neo-Hochlaufs und des Auslieferungsplans, dessen Schwerpunkt voraussichtlich in der zweiten Hälfte des Geschäftsjahres 2017 liegen werde. Beide Triebwerkshersteller hätten sich verpflichtet, den mit den Kunden vereinbarten Auslieferungsplan einzuhalten. 

Beim A350-Risikomanagement und bei der Reduzierung des Umfangs der noch ausstehenden Arbeiten in der A350-Endmontagelinie seien über das Jahr hinweg gute Fortschritte erzielt worden. Der Fokus liege weiterhin darauf, die laufenden Kosten während des Hochlaufs an die Zielvorgaben anzunähern. Die Situation bleibe herausfordernd. Trotz einiger Engpässe, die weiterhin bestünden, habe sich die Lieferkette stabilisiert. Das Unternehmen sei auf einem guten Weg, den Hochlauf 2017 mit Blick auf das Produktionsziel von zehn Flugzeugen pro Monat bis Ende 2018 "voranzutreiben", so der Hersteller.

fr-03-2017 Lieferbilanz 2016 (01)

Die A400M, hier das sechste Flugzeug der Luftwaffe, belastet weiterhin die Airbus-Bilanz. Foto und Copyright: Luftwaffe  

 

Bei der A400M erwartet der Hersteller Cash-Einbehalte seitens der Kunden, insbesondere in den Jahren 2017 und 2018 als Belastungen. In Bezug auf das Erreichen vertraglich vereinbarter Fähigkeiten, die rechtzeitige Sicherung ausreichender Exportaufträge, die Kostenreduzierung und das wirtschaftliche Risiko blieben hier Herausforderungen bestehen, die "möglicherweise signifikant" ausfallen könnten. Angesichts der Höhe des kumulativen Verlusts im A400M-Programm habe das Board of Directors das Management angewiesen, erneut auf die Kunden zuzugehen, um das verbleibende Risiko zu deckeln.



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