13.08.2015
FLUG REVUE

Computerbrille prüft korrekte EinbauorteAirbus nutzt Virtual-Reality-Brille bei der A330-Ausstattung

Eine seit dem Frühjahr bei Airbus entwickelte Virtual-Reality-Brille hilft den Arbeitern der Toulouser A330-Ausstattungslinie beim richtigen Einbau der von den Kunden gewünschten Einrichtungsdetails.

Airbus A330 Kabinenausstattung mit vernetzter VR-Brille

Die neue, interaktive Brille spiegelt dem Benutzer alle benötigten Informationen zum millimetergenauen Einbau der A330-Kabineneinrichtung ein. Foto und Copyright: Airbus  

 

Die in Zusammenarbeit mit einem Industriepartner entwickelte, vernetzte Brille, werde von Technikern in der Endmontage getragen, um diesen beim präzisen Positionieren der Kabineninstallation zu helfen, teilte Airbus mit. Der Operator müsse jeweils millimetergenau den korrekten Einbauort der Kabineneinrichtung bestimmen. Dazu könne eine eingebaute Kamera in der Brille Barcodes scannen, um die maßgeschneiderten Planskizzen des Airline-Kunden aufzurufen. Anschließend zeige ein Navigationsschirm auf der Brille den richtigen Einbauort im Augmented-Reality-Verfahren, also als interaktive Einblendung im Sichtfeld des Betrachters. Wenn der Airbus-Mitarbeiter die gewünschte Stelle gefunden und markiert habe, prüfe die vernetzte Brille noch einmal im Computer, ob dieser Ort stimme und erteile die Freigabe. Die Brille kann durch kurze, englische Sprachkommandos gesteuert werden. Diese kann die Brille besonders einfach von der üblichen, französischen Umgangsspache in der Toulouser Werkhalle unterscheiden.

Die vernetzte Brille hilft auch frisch angelernten Arbeitern, alle Aufgaben schon von Anfang an mit der geforderten extrem hohen Zuverlässigkeit auszuführen und über längere Zeit komplizierte Umrechnungen zwischen englischen und metrischen Maßen fehlerfrei durchzuführen, während schwere körperliche Arbeit geleistet werden muss. Die seit Januar als Airbus-Forschungsprojekt entwickelte Brille war bereits ab Februar einsatzbereit und wurde mittlerweile an fünf Flugzeugen erfolgreich getestet. 

"Das neue Werkzeug verkürzt die Zeit, die wir für die Markierung der Einbauorte brauchen, auf ein Sechstel", sagte Benoit Rollin, Head of Manufacturing Engineering, in der A330-Kabinenausstattung bei Airbus. "Jetzt können diese Arbeit auch Anfänger aus dem Stehgreif erledigen. Für uns ist das sehr wichtig, da wir wegen der Produktionserhöhungen bei mehreren Programmen gerade viele Neueinsteiger haben." Nachdem ihre Anwendung bei der A330 nun als ausgereift gillt, soll die vernetzte Brille laut Airbus auch in anderen Programmen genutzt werden.



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