18.08.2015
FLUG REVUE

Singapore Airlines signalisiert angeblich InteressePlant Airbus eine A350-Leichtversion für Ultralangstrecken?

Airbus plant offenbar eine neue Version der A350-900 für Ultralangstrecken, die mit Hilfe einer besonders leichten Kabineneinrichtung mehr Reichweite schaffen soll.

Airbus_A350-900_Route_Proving_Perth

Die A350-900, hier beim Route Proving in Perth, könnte dank einer leichteren Kabineneinrichtung für Ultralangstreckenflüge ertüchtigt werden. Foto und Copyright: Airbus  

 

Der Airbus Chef-Stratege, Dr. Kiran Rao, äußerte sich gegenüber der Agentur "Bloomberg" am Montag erstmals zu diesen Plänen, über die es seit der diesjährigen Pariser Luftfahrtmesse Gerüchte gibt.

Demnach würde die geplante Ultralangstreckenversion auf der Version A350-900 basieren und eine nicht näher spezifizierte "Premium"-Kabineneinrichtung erhalten, also vermutlich mit weniger Sitzen. Die Pläne gingen auf Interesse von Singapore Airlines zurück, welche die Route Singapur-New York nonstop bedienen wolle aber seit der aus wirtschaftlichen Gründen erfolgten Ausmusterung ihrer A340-500 kein geeignetes Flugzeugmuster mehr habe. Interesse gebe es auch von anderen Airlines, habe Rao erklärt.

Mit der neuen Ultralangstreckenversion würde Airbus, der Hersteller hat die Pläne sonst noch nicht bestätigt, statt einer aufwändigeren, verkürzten Ultralangstreckenversion der für eine höhere Startmasse optimierten A350-1000, auf eine technisch einfachere, Leichtbau-A350-900 mit deutlich geringerer Nutzlast setzen. Mit diesem Konzept würde der Hersteller vor allem den Markt der zweistrahligen Boeing 777-200LR angreifen, die einst die konkurrierende, vierstrahlige A340-500 erfolgreich unter Druck gesetzt hatte. Zugleich könnte man mit der neuen Version der Boeing 777-8X zuvorkommen, denn die neue A350-Version wäre schon ab 2018 lieferbar.

Die wirtschaftliche Rentabilität von Ultralangstreckenflügen ist allerdings stark vom schwankenden Rohöl- und Kerosinpreis abhängig. Bei Ultralangstreckenflügen muss das Flugzeug einen großen Teil seiner Nutzlastkapazität zur Beförderung des Kerosins "verschwenden", so dass wesentlich weniger zahlende Passagiere und weniger Fracht mitgenommen werden können. Die Airlines versuchen aus dieser Not eine Tugend zu machen, indem die Kabinen für weniger Passagiere besonders großzügig und luxuriös bestuhlt werden. Im Gegenzug sind die Tickets allerdings oft auch entsprechend teurer, so dass nur Strecken mit stabil hoher Nachfrage nach Premiumsitzen für rentable Ultralangstreckenflüge in Betracht kommen.

Mehr Infos zu:
Mehr zum Thema:
www.flugrevue.de/Sebastian Steinke


Weitere interessante Inhalte
Luftfahrtschau Farnborough: Die Bestellungen

16.07.2018 - Auf der Airshow in Farnborough geben Airbus, Boeing und Co. wieder eine ganze Reihe von Aufträgen bekannt. … weiter

Innerhalb der kommenden 20 Jahre Airbus sieht Bedarf an fast 40.000 neuen Flugzeugen

06.07.2018 - Laut dem neuen Global Market Forecast von Airbus wächst der Luftverkehr bis 2037 um jährlich 4,4 Prozent. … weiter

25,5 Millionen Liter Kerosin eingespart Lufthansa Group senkt den Flottenverbrauch

07.06.2018 - Die Flugzeuge der Konzern-Airlines haben 2017 im Durchschnitt 3,68 Liter Kerosin pro Passagier und 100 Kilometer verbraucht. … weiter

Längster Nonstop-Flug der Welt Mit der A350-900ULR von Singapur nach New York

04.06.2018 - Singapore Airlines (SIA) will von Oktober an die beiden Metropolen mit der Ultralangstrecken-Version des Airbus A350 XWB verbinden. … weiter

Moderner Zweistrahler von Lufthansa Ausgezeichnete Kabinenbeleuchtung der A350-900

22.05.2018 - 24 Lichtvarianten, die den Biorhythmus bei Langstreckenflügen unterstützen sollen: Das Lichtdesign des Airbus A350-900 von Lufthansa hat einen Preis bekommen. … weiter


FLUG REVUE 08/2018

FLUG REVUE
08/2018
09.07.2018

Abonnements
Digitalabo
E-Paper
Heft-Archiv
Einzelheft bestellen


- Stationen im All: Was kommt nach der ISS?
- Rafale fliegt auf der "Bush"
- Flugzeugbau virtuell: Alles wird digital
- Joon: Der Billigflieger von Air France
- Airbus-Lieferzentrum: Hochbetrieb in Hamburg