15.12.2017
FLUG REVUE

Enders und Brégier gehenAirbus tauscht die Führung aus

Der europäische Luft-, Raumfahrt- und Rüstungskonzern Airbus tauscht seine Führungsspitze aus. Konzernchef Tom Enders verlängert seinen Vertrag nicht um eine dritte Amtszeit über den April 2019 hinaus, während sein erwarteter Nachfolger Fabrice Brégier schon im Februar 2018 ausscheidet.

Airbus Group Hauptquartier Tom Enders

Airbus-Konzernchef Tom Enders vor dem neuen Konzern-Hauptquartier in Toulouse. Foto und Copyright: Airbus  

 

Das Board of Directors von Airbus habe einen "Generationswechsel" im Top Management eingeleitet, teilte Airbus am Freitag mit: CEO Tom Enders strebe nach April 2019 keine weitere Amtszeit an und Fabrice Brégier, Chief Operating Officer (COO) und President Commercial Aircraft, lege sein Amt im Februar 2018 nieder. Tom Enders (59) habe das Board darüber informiert, dass er keine weitere Amtszeit als Chief Executive Officer (CEO) über das jetzige Mandat hinaus anstrebe, das im April 2019 mit der Jahreshauptversammlung 2019 ende.

„2019 werde ich auf insgesamt 14 Jahre an der Spitze von Airbus und EADS zurückblicken können. Jetzt ist die Zeit gekommen, einen Führungswechsel einzuleiten. Für die 2020er-Jahre brauchen wir frische Kräfte. In den kommenden 16 Monaten werde ich gemeinsam mit dem Board of Directors daran arbeiten, eine reibungslose Übergabe an den neuen CEO und eine neue Generation von Führungskräften zu gewährleisten. Zudem gilt meine volle Konzentration unseren geschäftlichen Herausforderungen sowie dem Bestreben, unsere Ethik- und Compliance-Programme weiterzuentwickeln und zu stärken“, sagte Tom Enders.

Fabrice Brégier (56), Chief Operating Officer (COO) von Airbus und President Airbus Commercial Aircraft, hat dem Board mitgeteilt, dass er sich nicht um die Position des CEO im Jahr 2019 bewerben und daher im Februar 2018 sein Amt niederlegen werde, um andere Interessen zu verfolgen. „Nach 25 Jahren im Unternehmen, davon fünf Jahre als CEO von MBDA, vier Jahre als CEO von Eurocopter und elf Jahre als COO, CEO oder President Airbus Commercial Aircraft, halte ich die Zeit für gekommen, mich Aufgaben außerhalb des Konzerns zuzuwenden. Ich habe mich in all diesen Jahren immer voll und ganz für Airbus und den Erfolg des Unternehmens eingesetzt. Bis zu meinem Ausscheiden im nächsten Jahr setze ich alles daran, dass Airbus seinen Verpflichtungen gegenüber allen Stakeholdern gerecht wird.Zugleich werde ich die reibungslose Übergabe an meinen Nachfolger sicherstellen“, so Fabrice Brégier.

Guillaume Faury (49), gegenwärtig CEO von Airbus Helicopters, soll die Nachfolge von Fabrice Brégier als President Airbus Commercial Aircraft antreten. „Ich fühle mich geehrt, dass mir diese herausfordernde Aufgabe anvertraut wird und freue mich darauf, das zivile Flugzeuggeschäft von Airbus zu leiten“, sagte Guillaume Faury. Im Jahr 2018 will das Board of Directors interne und externe Kandidaten für das Amt des CEO prüfen, um den Nachfolger von Tom Enders rechtzeitig bekanntzugeben und durch die Jahreshauptversammlung 2019 bestätigen zu lassen.

Airbus wird derzeit durch eine Korruptionsaffäre erschüttert, die Tom Enders durch eine Selbstanzeige des Unternehmens ins Rollen gebracht haben soll. Enders baut Airbus nach strengen amerikanischen Compliance-Regeln börsengerecht um und rief die Ermittlungsbehörden auf den Plan, da vergangene Flugzeugverkäufe angeblich mit Schmiergeld unterstützt wurden. Dabei soll eine früher in Paris beheimatete Abteilung die Hauptrolle gespielt haben. Nun drohen dem Unternehmen Milliardenstrafen.  Gleichzeitig brach seit dem Regierungswechsel in Paris die alte deutsch-französische Rivaltität in dem heute aus Toulouse zentral geführten Konzern wieder auf, so dass sich die Bundesregierung bereits veranlasst sah, Enders öffentlich das Vertrauen auszusprechen. Airbus beschäftigt 134.000 Mitarbeiter und machte 2016 einen Umsatz von 67 Mrd. Euro.



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