23.05.2014
FLUG REVUE

Militärtransporter für die Katastrophenhilfe?Airbus will A400M für zivile Hilfseinsätze vermarkten

Auf der ILA hat Airbus einen neuen Anlauf genommen, den Militärtransporter A400M auch zivilen Kunden als Flugzeug für die Katastrophenhilfe anzubieten. Die Kombination aus großer Reichweite, einfacher Be- und Entladung und der Fähigkeit zum Betrieb auf unbefestigten Pisten machten das Flugzeug zum idealen Katastrophenhelfer.

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Auf der ILA stellte Airbus die A400M auch als Transporter für zivile Hilfseinsätze vor. Rotes Kreuz und Technisches Hilfswerk zeigten mit Lastwagen das typische Ladegut im Katastrophenfall. Foto und Copyright: Sebastian Steinke/FLUG REVUE  

 

Die Logistik-Chefin der Internationalen Föderation der 189 nationalen Rotkreuz- und Rothalbmond-Gesellschaften (IFRC), Birgitte Stalder-Olsen, beschrieb bei einer A400M-Presseveranstaltung mit Airbus auf der ILA die Anforderungen an die von ihr koordinierten Hilfseinsätze in Katastrophengebieten. Dafür sei die A400M technisch ein ideales Flugzeug. Allerdings könne die Organisation keine eigene Flotte finanzieren oder ständig vorhalten. Sie ziehe ein Bereitschaftsmodell, etwa nach dem Vorbild NATO-Salis für Militärtransporte, vor. Airbus-Kreise veranschlagen den Preis einer zivil abgespeckten A400M grob auf "unter 150 Millionen Dollar".

Das Rote Kreuz hält Notrationen für 450000 Menschen an vier weltweit strategisch platzierten Luftfrachtdrehkreuzen abrufbereit. Diese Hilfe kann rund um die Uhr abgerufen werden. Weltweit laufen ständig etwa 60 Hilfsaktionen, für die auch Flugzeuge angemietet werden. 2013 sind, insbesondere zur Hilfe nach dem folgenschweren Taifun Haiyan auf den Philippinen mit 16 Millionen Betroffenen, 21 Vollcharter-Flüge durchgeführt worden. Darunter waren Boeing 777, 747, 727 und A340-600.

Auch die Airbus Corporate Foundation untersützt, in Zusammenarbeit mit den Kunden-Airlines, diese Hilfsflüge mit Spenden der Airbus-Mitarbeiter und durch die Nutzung von Auslieferungsflügen für Hilfstransporte. Nach Libyen setzte Airbus sogar ein eigenes Flugzeug aus der A340-600-Testflotte mit Testpiloten ein, um während der akuten Kampfhandlungen und während einer Unterbrechung des regulären Flugverkehrs Hilfsgüter einfliegen zu können. Beim Roten Kreuz werden rund 73 Prozent der Hilfsgüter auf dem Seeweg transportiert, 16 Prozent per Luftfracht und elf Prozent per Straßentransport. Dringende Hilfsgüter müssen immer per Luftfracht transportiert werden.

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www.flugrevue.de/Sebastian Steinke


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