27.04.2018
FLUG REVUE

Laminarprofil für AirlinerAirbus zeigt A340-Forschungsflugzeug auf der ILA

Airbus brachte als Highlight die A340-300 BLADE zur ILA nach Berlin. An dem Testträger werden derzeit die Flügel der Zukunft erprobt.

A340-300 BLADE

Auf der ILA 2018 ist die A340-300 BLADE auf dem Static Display zu sehen. Foto und Copyright: Sebastian Steinke  

 

Von längeren Flügeln bis zu sparsameren Triebwerken: An Verkehrsflugzeugen wurde in den vergangenen Jahren vieles optimiert, um sie effizienter zu machen. „Der nächste große Schritt ist die Reduzierung des Reibungswiderstands“, sagt Axel Flaig, Leiter der Forschung und Entwicklung bei Airbus. Wie das geht, wird nun am fast 27 Jahre alten A340-300-Prototyp (MSN001) untersucht.

Das Langstreckenflugzeug erhielt im Rahmen des europäischen Forschungsprojekts BLADE (Breakthrough Laminar Aircraft Demonstrator in Europe) neue äußere Flügel. Sie ähneln denen eines Segelflugzeugs: so glatt, dass die umströmende Luft auf einer möglichst langen Strecke laminar bleibt, das heißt gleichförmig und parallel zur Oberfläche. Dadurch lässt sich der Reibungswiderstand um rund zehn Prozent reduzieren. Das wiederum soll den Treibstoffverbrauch eines Kurz- und Mittelstreckenflugzeugs laut Airbus um etwa fünf Prozent verringern. Ein A320-Nachfolger wäre wohl auch die erste mögliche Anwendung für die neuen Laminarprofile, die Ende der 2020er serienreif sein könnten.

Airbus A340-300 BLADE linker Flügel ILA 2018

Beim linken äußeren Flügel sind Vorderkante und Oberschale aus einem Teil. Foto und Copyright: Ulrike Ebner  

 

Eine der größten Hürden war bisher die industrielle Fertigung von großen Laminarflügeln aus Kohlefaserverbundstoffen (CFK). Doch hierfür scheinen sich nun verschiedene Lösungen abzuzeichnen. An der A340 werden daher auch zwei Herstellungskonzepte untersucht. Der rechte Flügel ist vom Aufbau her eher klassisch und besteht aus einer Oberschale mit einer damit verbundenen Metallvorderkante. Der linke Flügel ist etwas komplexer: Vorderkante und Oberschale sind ein CFK-Teil. 

66 Stunden war die A340-300 BLADE seit ihrem Erstflug Ende September 2017 bereits in der Luft, und etwa noch einmal so viel soll sie bis zum Projektende im nächsten Jahr fliegen. Schon jetzt ist  Flaig sehr zufrieden mit den Ergebnissen: „Die Flügel ermöglichen laminare Strömung. Und unsere Messausrüstung ist besser als erwartet.“ In den Flugtests hätten sich leichte Unterschiede zwischen den beiden Herstellungskonzepten gezeigt. Noch sei nicht entschieden, welches letztlich weiterentwickelt wird.

Mehr Infos zu:
Mehr zum Thema:
Ulrike Ebner


Weitere interessante Inhalte
Europäische Bestseller Top 10: Die meistgebauten Airbus-Flugzeuge

06.09.2018 - Am 28. Oktober 1972 startete der erste Prototyp des Airbus A300 zu seinem Jungfernflug. Bis Ende Juli 2018 produzierte der europäische Flugzeugbauer 11.343 Flugzeuge. Aber welche sind die … weiter

Zwischenfall in Frankfurt ohne Passagiere Brennender Flugzeugschlepper beschädigt leere A340

11.06.2018 - Ein Airbus A340 der Deutschen Lufthansa ist am Montag am Frankfurter Rhein-Main-Flughafen beim Brand eines Flugzeugschleppers beschädigt worden. Das leere Flugzeug wurde trotz schnell gelöschter … weiter

Wunderflügel für weniger Treibstoffverbrauch Laminarprofile für Airliner

08.11.2017 - Neue Profilform, weniger Treibstoffverbrauch: Unter der Führung von Airbus untersucht die europäische Industrie das Potenzial von Laminarprofilen für die Zivil­luftfahrt. Die Testflüge mit einer … weiter

Langstrecken Brussels Airlines startet für Eurowings in Düsseldorf

08.11.2017 - SunExpress Deutschland regelt für Lufthansa die Langstrecken von Eurowings. Doch sobald der Konzern 2018 von airberlin hinterlassene Lücken im interkontinentalen Flugplan schließt, kommt ein anderes … weiter

Testflugzeug mit Laminarprofilen A340-300 BLADE hebt erstmals ab

26.09.2017 - Mit dem A340-300-Prototyp untersucht Airbus die Machbarkeit von Laminarflügeln für die kommerziellen Luftfahrt. … weiter


FLUG REVUE 10/2018

FLUG REVUE
10/2018
10.09.2018

Abonnements
Digitalabo
E-Paper
Heft-Archiv
Einzelheft bestellen


- Extra: Top-Antriebe aus Deutschland
- Finnair: Boom auf Asien-Routen
- Hayabusa2-Mission: DLR hofft auf Erfolg des Asteroiden-Hüpfers
- Gulfstream G500: Hightech-Business-Jet erhält Zulassung
- Atombomber: Rafale ersetzt Mirage 2000N