30.05.2014
FLUG REVUE

US-Luftfahrtbehörde von Dreamliner-Zuverlässigkeit überzeugtBoeing 787: FAA erweitert ETOPS-Freigabe

Die amerikanische Luftfahrtbehörde FAA hat Boeing eine erweiterte ETOPS-330-Freigabe für den Dreamliner erteilt. Damit darf das Flugzeug künftig kürzere Direktrouten über Ozeanen und Wüsten wählen, die sich weiter von Ausweichflugplätzen entfernen.

Boeing 787 United Airlines UA Vorstellung Everett

United profitiert als erster US-Betreiber der Boeing 787 von der erweiterten ETOPS-Freigabe durch die FAA. Foto und Copyright: Boeing  

 

Die Luftfahrtbehörde "Federal Aviation Administration" (FAA) habe die erweiterte ETOPS-Freigabe am Mittwoch erteilt, meldete Boeing. Künftig dürfe die Boeing 787-8 auch Routen über entlegenen Regionen wählen, bei denen sie im Fall eines planerisch angenommenen Triebwerksausfalls erst nach 330 Minuten im Einmotorenflug einen Ausweichflughafen erreichen könne. Seit 2011 verfügte die 787-8 erst über eine ETOPS-180-Zulassung, also eine höchstzulässige Flugzeit von 180 Minuten im Einmotorenflug. Boeing will künftig auch noch die 787-9 und die 787-10 für ETOPS-330 zulassen.

Für die ETOPS-Zulassung muss das Flugzeug über erweiterte Reservesysteme, wie zusätzliche Batteriekapazität, elektrische Ausweich-Schaltmöglichkeiten und eine leistungsstärkere Feuerlöschanlage verfügen und im Einsatz nach besonders strengen Vorgaben überwacht werden. Auch die Besatzungen müssen sich für die ETOPS-Regeln qualifizieren. Außerdem muss die statistische Zuverlässigkeit eines ETOPS-Flugzeugmusters der Luftfahrtbehörde jeweils im praktischen Flugbetrieb einer Airline nachgewiesen werden.

Für Boeing bedeutet die jüngste Freigabe einen strategischen Vertrauensbeweis der Behörde und die Bestätigung, dass die anfänglichen technischen Probleme mit den Batterien, behördlich anerkannt, überwunden sind. Damit kann die Boeing 787 ihr Haupteinsatzgebiet auf Langstrecken ohne Einschränkungen und wie geplant abdecken. Die erweiterte Genehmigung bedeutet kürzere Flugrouten und weniger Verbrauch.

Zunächst gilt die jüngste FAA-Freigabe nur für amerikanisch registrierte Dreamliner. Außerdem ist jeweils noch eine Airline-spezifische Zulassung erforderlich. Die jüngste FAA-Freigabe dürfte aber auch von zahlreichen anderen Luftfahrtbehörden übernommen werden. Der bisher einzige US-Betreiber des Dreamliners ist United.

"Unsere Kunden erwarten sehnlichst, ihren 787-Betrieb auszuweiten", sagte Boeing-787-Programmvorstand Larry Loftis. "Wir sind begeistert, dass diese Fähigkeiten, für die wir das Flugzeug von Anfang an ausgelegt hatten, nun zertifiziert worden sind." Boeing hat bisher 146 Dreamliner an 19 Kunden ausgeliefert. Über 60 Kunden haben 1030 Flugzeuge bestellt.

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www.flugrevue.de/Sebastian Steinke


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