06.04.2015
Erschienen in: 07/ 2013 FLUG REVUE

Größter Zweistrahler bald noch größer?Boeing plant die 777X

Mit einem verlängerten Rumpf, neuen Triebwerken und einem Kohlefaser-Flügel will Boeing den Verkaufsschlager 777 zum Sparweltmeister machen und ihm ein unangefochtenes Marktsegment oberhalb der A350 und unterhalb der A380 erhalten.

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Das Projekt 777X dürfte zu den am schlechtesten gehüteten Geheimnissen der Luftfahrtgeschichte zählen. Schon seit mindestens 2010 ist die Tatsache bekannt, dass Boeing den größten Zweistrahler der Welt grundsätzlich überarbeiten will. Damit soll das Boeing-Erfolgsmodell weiter an der Spitze aller zivilen Zweistrahler fliegen. Einerseits droht neue Konkurrenz durch den völlig neu konstruierten Airbus A350 XWB und andererseits stellen die kaufkräftigen, arabischen Airlines immer höhere Reichweitenforderungen: Sie wollen gerne, und das mit möglichst hoher Nutzlast, vom Golf nonstop an die US-Westküste kommen. Allerdings zieht sich die Geburt des Konzepts nun schon über Jahre hin, ohne dass es zu verbindlichen Ergebnissen gekommen wäre. Gerade erst hat British Airways den Kauf von 18 Airbus A350-1000 angekündigt, und auch Japan Airlines gilt als Kandidat für eine A350-Order.

Höchste Zeit also für Boeing, dem neuen Projekt mehr Gehör zu verschaffen: „Wir unternehmen jetzt den nächsten Schritt und erörtern mehr Details der Technik, Preise und Fahrpläne mit den Kunden, sagte Boeing-Marketingvorstand Randy Tinseth am 2. Mai. Die Kunden „liebten“, was Boeing ihnen zeige und gäben weitere wertvolle Anregungen. Die 777X sei für Langstrecken und frachtintensive Märkte vorgesehen und werde 350 bis 400 Passagiersitze haben. Ein vergrößerter neuer Flügel aus Kohlefaser-Verbundwerkstoff und neue Triebwerke von GE sorgten für den niedrigsten Kerosinverbrauch pro Sitz aller Verkehrsflugzeuge. Der Zeitpunkt eines Programmstarts hänge von der Rückmeldung der Airlines nach der jetzt begonnenen Präsentationsphase ab. Ziel sei eine Indienststellung gegen Ende der Dekade, so der Marketing-Vorstand.


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flugrevue.de/Sebastian Steinke


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