10.12.2014
FLUG REVUE

Schwache Nachfrage hält anBoeing senkt die Jumbo-Produktionsrate

Wegen schwacher Nachfrage will Boeing die Produktionsrate der 747-8 von derzeit 18 Flugzeugen im Jahr bis September 2015 auf 15,6 Flugzeuge im Jahr senken.

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Boeing kürzt die Produktionsrate der 747-8 wegen schwacher Nachfrage erneut. Foto und Copyright: Boeing  

 

Der Flugzeughersteller begründete die zuerst vom "Wall Street Journal" gemeldete, neuerliche Produktionskürzung mit schwacher Nachfrage für den Frachter. Statt 1,5 Flugzeugen im Monat werden dann nur noch 1,3 Flugzeuge im Monat produziert. Boeing erklärte, langfristig rechne man weiterhin mit einer Erholung der Frachter-Nachfrage, für die die 747-8 einmalig gut positioniert sei. Die "Seattle Times" meldete außerdem, Boeing verlagere im Zusammenhang mit den jüngsten Kürzungen 747-Personal aus Everett in andere Bereiche der Verkehrsflugzeugproduktion.

Anfang 2013 hatte der Hersteller noch eine Rate von 24 Jumbos im Jahr geplant. Im ganzen Jahr 2014 waren keine neuen Aufträge für die 747-8 mehr eingegangen. Bei einem Auftragsbestand von 39 Flugzeugen bleiben dem Hersteller knapp zweieinhalb Jahre Produktion. Für Teile mit besonders langen Vorlauf, die sogenannten "Long Lead Items", wie Fahrwerke, muss eine Bestellung rund zwei Jahre vor dem gewünschten Auslieferungstermin eingegangen sein. Mit Hilfe der niedrigeren Rate kann Boeing das Programm nun noch etwas länger am Laufen halten. Im Jahr 2016 will die US Air Force über den Kauf neuer Präsidentenflugzeuge entscheiden, die 2017 ausgeliefert und dann bis 2018 speziell ausgerüstet und übergeben werden sollen. Hierbei gelten die Chancen der Boeing 747-8 als sehr gut.

Bei der Übergabe der 1500. Boeing 747 an Lufthansa hatte Boeing noch von einer möglichen Erhöhung der Jumbo-Produktionsrate gesprochen, da sich der Frachtmarkt mit vier Prozent Zuwachs im Jahr wieder zu erholen beginne. Außerdem hätten Vertragsverhandlungen mit mehreren Kunden fortgeschrittene Stadien erreicht. Die Frachterholung hat sich aber, auch wegen des niedrigen Ölpreises, der den Betrieb älterer Flugzeuge weniger teuer macht, nicht in Neubestellungen niedergeschlagen. Zuletzt musste Boeing sogar drei fabrikneue Boeing 747-8F als unverkaufte "White Tails" in der Wüste parken. Ein immer größerer Teil der regulären Luftfracht wird mittlerweile in den Unterdecks zweistrahliger Passagier-Großraumflugzeuge, wie der Boeing 777-300ER, befördert.

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www.flugrevue.de/Sebastian Steinke


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