24.08.2016
Erschienen in: 08/ 2016 FLUG REVUE

Boeing-JubiläumBoeing-Standort Deutschland

Deutschland ist für Boeing nicht nur ein wichtiger Absatzmarkt für Flugzeuge, sondern auch ein eigener Produktions­standort und die Heimat entscheidender Zulieferer.

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Boeing-737-Endanflug in Indonesien mit Flugkarten von Jeppesen aus Deutschland. Foto und Copyright: Boeing  

 

Mit 500 von 600 deutschen Boeing-Mitarbeitern ist die Boeing-Tochter Jeppesen in Neu-Isenburg, nahe des Frankfurter Flughafens, der wichtigste Standort des US-Herstellers in Deutschland. Das bei Piloten weltbekannte Unternehmen Jeppesen stellt Flugnavigationskarten her, die im digitalen Zeitalter auf dem Electronic Flight Bag im Cockpit angezeigt werden. Die für den gesamten Globus ständig aktualisierten Kartenwerke werden nach weltweiten Behördenangaben zusammengestellt und sind für den sicheren Flugbetrieb unverzichtbar.

Vergangenheit und Zukunft in Deutschland

Natürlich ist Boeing auch als Hersteller von Verkehrsflugzeugen in Deutschland vertreten, seitdem 1934 die erste Boeing 247 an Lufthansa geliefert wurde. Heute betreiben neben Lufthansa und Lufthansa Cargo deutsche Airlines wie Aerologic, airberlin, Condor, TUI, Germania und SunExpress Deutschland Boeing-Produkte. Entsprechende Mitarbeiter hält Boeing für die technische Betreuung und die Personalschulung in Deutschland bereit. Die E-3 Sentry der AWACS-Flotte der NATO in Geilenkirchen sind militärisch ausgerüstete Boeing 707.

Deutschland ist für Boeing auch eine Quelle vieler hochwertiger Zulieferungen und Geräte, die in Werken wie Renton, Everett, Charleston, Philadelphia oder St. Louis verbaut werden. Für rund 800 Millionen Dollar pro Jahr „shoppen“ die Amerikaner in Deutschland. 70 bis 80 deutsche Topunternehmen zählt der US-Hersteller zum Kern seiner Zulieferer bei den Programmen 737, 747, 767, 777 und 787. Damit werden rund 12 000 deutsche Arbeitsplätze direkt und indirekt durch Boeing-Aufträge gesichert, heißt es.

Darüber hinaus investiert Boeing auch in die Forschung und unterstützt etwa das Direct Manufacturing Research Center der Universität Paderborn, wo bereits heute die 3D-Druckverfahren für den Flugzeugbau der Zukunft erdacht werden. Auch mit anderen Universitäten, Forschungsprojekten und mit der Industrie gibt es Partnerschaften.

In den nächsten Jahren wird die Boeing 777X – Erstkunde ist auch Lufthansa, die 34 Flugzeuge kaufen will – die Schlüsselrolle für Boeing spielen. Ihre hochmoderne Endmontagelinie in Everett basiert unter anderem auf der Mitarbeit deutscher Industrieroboter.

Wichtige Standorte

1916 gründete der Amerikaner William Boeing, Sohn des Deutschen Wilhelm Böing aus Hohenlimburg, mit der Boeing Company den weltbekannten Luft- und Raumfahrtkonzern. Die heute von Matthew Ganz aus Berlin gesteuerten Boeing-Aktivitäten in Deutschland (und Nordeuropa) haben in Neu-Isenburg, München und Paderborn ihren Schwerpunkt. Boeing sichtet den Markt kleiner und mittelständischer Unter­nehmen ständig, um Partnerschaften und Beteiligungen zu gründen. So kaufte Boeing Ende 2015 die Kölner Firma Peters Software, die erfolgreich EASA-Trainingsprogramme für Linienpiloten entwickelt.

FLUG REVUE Ausgabe 08/2016

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www.flugrevue.de/Sebastian Steinke


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