27.02.2018
FLUG REVUE

3D-Druck von TitanteilenBoeing und Oerlikon kooperieren

US-Branchenriese Boeing und der Schweizer Konzern Oerlikon kooperieren in den nächsten fünf Jahren bei der additiven Fertigung von Titanteilen für den Flugzeugbau.

787-10 Erstflug Landung 2017

Eine Boeing 787-10 schwebt zur Landung ein. Foto und Copyright: Boeing  

 

Ein am 20. Februar unterzeichnetes Kooperationsabkommen sehe fünf Jahre lang die Zusammenarbeit bei der Entwicklung von Material und Fertigungsprozessen für metallbasierte, additive Fertigung vor, meldete Boeing. Dabei entstehe in einem gesteuerten Verfahren aus Rohmaterial ein dreidimensionales Bauteil. 

"Damit kommen wir der vollen Nutzung des Laserstrahlschmelzens im Pulverbett für die Luftfahrtindustrie näher", sagte Leo Christodoulou, Chief Technologist bei Boeing Additive Manufacturing. “Boeing und Oerlikon werden die Fertigungsverfahren angleichen, so dass wir eine große Bandbreite, funktionssicherer, störungsfreier und kostengünstigerer Titanteile für Luftfahrtkomponenten herstellen können."

Oerlikon-Vorstandschef Dr. Roland Fischer sagte: "Diese Zusammenarbeit wird eine schnellere Nutzung von additiver Fertigung im Luftfahrt-, Raumfahrt- und Rüstungsbereich ermöglichen, in einem Markt, der sehr schnell wächst. Wir sehen die Kooperation als Schlüssel, mit dem wir additive Fertigungsmethoden in die fliegenden Plattformen bringen können. Boeing wird den Weg zur Serienherstellung luftfahrtzugelassener Komponenten weisen."

Das Forschungsabkommen soll sich zunächst auf Titanpulver konzentrieren. Die daraus hergestellten Teile müssen dann FAA-Normen und militärische Vorgaben erfüllen. Damit sollen Materialzulassungsverfahren und Fertigungszulassungsverfahren für Luftfahrtanwendungen entwickelt werden, die später die additive Fertigung durch Zulieferer nach festen Qualitäts- und Kostenvorgaben ermöglichen.

Boeing hat bereits 50.000 dreidimensional gedruckte Teile im Einsatz. Seit 2017 nutzt der Dreamliner ein FAA-zugelassenes, 3D-gedrucktes Strukturteil. Der 3D-Druck soll die Herstellungskosten senken, die Qualität erhöhen und maßgeschneiderte Eigenschaften ermöglichen. Außerdem soll sich die Zeit bis zur Anwendungsreife verkürzen. Oerlikon bringt umfangreiche Produktionserfahrungen ein, von der Metallpulverherstellung, über Konstruktion, Herstellung, Nachbearbeitung und Qualitätskontrolle.

www.flugrevue.de/Sebastian Steinke


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