12.03.2015
FLUG REVUE

Technischer Brückenschlag zur 777XBoeing will herkömmliche 777 verbessern

Bis zum Anlaufen der 777X-Produktion will Boeing dem Absatz der herkömmlichen 777 mit einem technischen Verbesserungspaket auf die Sprünge helfen.

Boeing plant Verbesserungen der 777

Boeing hat Verbesserungen des Erfolgsmodells 777 angekündigt, die noch vor der nächsten Generation 777X erscheinen sollen. Foto und Copyright: Boeing  

 

Boeing biete die Produktpflege für die Muster 777-300ER, 777-200LR und 777 Freighter an, teilte Boeing-Marketingsvorstand Randy Tinseth auf der Flugzeughändlertagung ISTAT in Phoenix mit. Ab dem dritten Qartal 2016 seien Verbesserungen der GE-90-Triebwerke, der Flugzeugmasse und der Aerodynamik verfügbar, die den Treibstoffverbrauch um zwei Prozent senkten. Mit weiteren Optionen könne die Treibstoffersparnis auf bis zu fünf Prozent pro Sitz gebracht werden.

Zur Gewichtsreduzierung werde Boeing die Struktur im Deckenbereich optimieren, Hydraulikflüssigkeit mit geringerer Dichte verwenden, leichtere Isoliermatten verbauen und den bisherigen Hecksporn entfernen. Hierdurch spare man insgesamt 550 kg.

Aerodynamisch werde die äußere Flügelhinterkante optimiert, indem das Profil des Außenflügels verdickt werde, so dass dieser effizienter werde. Die Höhenruder erhielten neue Dichtungsstreifen und die Höhenruder-Software unterstütze künftig die Trimmung im Reiseflug, wodurch der induzierte Widerstand sinke. Auch die Hinterkante der Vorflügel werde 60 Prozent dünner, liege besser an und senke den Widerstand. Schließlich werde die innere Landeklappenverkleidung strömungsgünstig optimiert. Neue Passagierfenster und neue Rahmen sollen völlig nahtlos mit der Außenhaut abschließen, so dass die Strömung weniger gestört wird. Außerdem entfällt der mechanische Hecksporn, da die Flugsteuerungssoftware den Schutz vor Heckschlägen elektronisch übernommen hat.

Als Option werden neue Leichtbau-Küchen, neue, grundrißoptimierte Waschräume und verbesserte Sitzschienen angeboten, mit denen bis zu 14 zusätzliche Passagiersitze eingebaut werden können. Lieferbar sind auch "Premium"-Fensterblenden., LED-Beleuchtung, bessere Schallisolierung und ein repräsentativer Eingangsbereich bei Tür 2. 
GE erwägt laut Boeing, die Triebwerksverbesserungen auch als Nachrüstsatz anzubieten.

Mit den jüngsten Verbesserungen dürfte Boeing auch auf das Erscheinen des neu konstruierten Airbus A350-1000 reagieren, der für Airbus das Stammgeschäft des Boeing-Erfolgsmodells 777-300ER attackieren soll.

www.flugrevue.de/Sebastian Steinke


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