27.05.2013
aero.de

Boeing zeigt sich nach Dreamliner-Delle angriffslustig

Jim McNerney gibt Dampf auf den Kessel. Vor Investoren zeigte der Boeing-Chef Bereitschaft, die Produktion von Verkehrsflugzeugen weiter hochzufahren.

Dem zuletzt auf mehr als 4.500 Flugzeuge angeschwollenen Auftragspolster solle "weniger gehuldigt werden", sagte McNerney. "Stattdessen müssen wir mehr (Aufträge in Cashflow) ummünzen." Die Produktionsziele der 737 und 787 könnte Boeing bald heraufsetzen. Erst Anfang Mai hatte Boeing die Produktionsrate für den Dreamliner auf sieben Maschinen pro Monat erhöht.

In den vergangenen Jahren gab man sich in Seattle bei Anpassungen der Produktion nach oben im Vergleich zum ewigen Wettbewerber Airbus stets konservativer. Nicht zuletzt die guten Verkaufszahlen der 737 MAX, die Boeing ab 2017 ausliefern will, dürften das Management jetzt mutiger werden lassen.

Die neue Generation von Boeings Brot- und Butterflieger katapultierte den Absatz im Jahr 2012 auf schwindelerregende 1.203 Flugzeuge. Abzüglich von 601 Flugzeugauslieferungen - immerhin der höchste Wert seit 1999 - buchte Boeing im vergangenen Jahr eine volle Jahresproduktion in die Auftragsreserve.

Nach einem Umsatz von 81,7 Milliarden US Dollar im Vorjahr peilt Boeing 2013 Erlöse zwischen 82 und 85 Milliarden US Dollar an.

Von der aktuell guten Geschäftslage des Konzerns sollen die Aktionäre ihren Teil abhaben. McNerney versprach ihnen 80 Prozent des Barmittelzuflusses, den Boeing durch eine höhere Produktion erwirtschaften werde. Nach vier Jahren nimmt Boeing jetzt auch erstmals wieder Geld für Aktienrückkäufe in die Hand. Bis zu zwei Milliarden US Dollar will der Konzern im Jahresverlauf für eigene Aktien ausgeben.


Attacke auf Airbus A350 XWB von zwei Seiten
Mit zuletzt 13 Milliarden US Dollar Barreserven auf dem Konto bleibt Seattle zeitgleich genug Spielraum für Investitionen in neue Produkte. Boeing werde den neuen Airbus Langstreckenjet A350 XWB mit dem Start von zwei neuen Flugzeugen in diesem Jahr "in die Zange nehmen", sagte ein angriffslustiger McNerney.

Damit dürfte klar sein, dass Boeing alsbald die verlängerte 787-10 und die 777X vorstellen wird. Erstmals bestätigte das Management öffentlich Pläne, die nächste Generation des Riesentwins 777 in zwei Ausbaustufen mit 350 und 400 Sitzen anzubieten. Die 777X werde Airbus auf mittlere Sicht zur Entwicklung eines neuen Flugzeugs zwingen, sagte NcNerney. "Sie haben kein Flugzeug von dem sie (einen Wettbewerber) ableiten könnten."

aero.de / Dennis Dahlenburg / flugrevue.de / as


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