12.11.2014
FLUG REVUE

Fortschritte im TestprogrammBombardier CSeries fliegt wieder nach Unfall

Am 29. Mai 2014 hatte ein Triebwerksschaden den ersten Prototyp der Bombardier CSeries beschädigt. Rund fünf Monate später startete die Maschine wieder zu einem Testflug.

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Nach dem Unfall am 29. Mai 2014 hat die Bombardier CSeries FTV1 wieder ihre Flugerprobung aufgenommen. Foto und Copyright: Bombardier  

 

Am 6. November startete das Flight Test Vehicle 1 (FTV) der CS100 in Mirabel nach erfolgten Reparaturen in Mirabel wieder zu einem Testflug. Die PW1524G-Triebwerke von Pratt & Whitney erhielten ein überarbeitetes Ölsystem, nachdem im Mai eine defekte Dichtung im Gesamt-Ölsystem zu einem Brand und daraufhin zum Versagen der Niederdruckturbine geführt hatte. Damit befinden sich aktuell drei CSeries in der Erprobung: FTV1, FTV2 und FTV4. "Wir machen solide Fortschritte", sagte Programmchef Rob Dewar. "An einigen Tagen absolvieren wir sogar drei Flüge täglich. Das ist ein Rekord für Bombardier. Dies ist möglich, weil das Flugzeug und seine Systeme hervorragend funktionieren. Unsere Zulieferer haben im Sommer hart gearbeitet, um alle Updates zu realisieren."

Kurz nach dem "zweiten" Erstflug brach FTV1 zur weiteren Erprobung nach Wichita, Kansas, auf. FTV2 fliegt weiterhin in Mirabel mit dem Fly-by-Wire-System im Normalmodus. "Bis jetzt sehen die Ergebnisse sehr gut aus", meint Dewar. FTV4 hat derweil die Brems- und Anti-Skid-Versuche in Salinas, Kansas, abgeschlossen. Laut Dewar hat Pratt & Whitney mittlerweile die endgültigen Triebwerke für die Leistungs- und Verbrauchsmessungen geliefert, so dass entsprechende Testflüge bald beginnen können. Die bei der Unterbrechung der Flugerprobung in Wichita gestrandete FTV3 hat mittlerweile ihre neuen Getriebefans erhalten und führte erste Rollversuche durch.

In Mirabel konnte Bombardier derweil die Ausstattung von FTV5 mit der kompletten Passagierkabine beenden, und auch die erste CS300 macht Fortschritte. Das größere Mitglied der CSeries-Familie verfügt bereits über seine Triebwerke, und auch die elektrischen Systeme wurden schon in Betrieb genommen. Gleichzeitig sollen gemäß Dewar die Strukturversuche noch in diesem Jahr abgeschlossen werden; derzeit seien sie zu 90 Prozent fertig. Bei den Ermüdungsversuchen wurden bereits 7000 Flugzyklen simuliert.


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flugrevue.de/Patrick Hoeveler


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